Full text: 1914-1916 (1914-1916)

Nach dem Gesagten wird man wohl zugeben, daß sich die Zukunft auf 
dem Wasser ganz anders abspielen dürfte — als viele Europäer geglaubt haben. 
Aber bestreiten läßt sich das Gesagte nicht. 
Es wird viel Geschrei entstehen. Und das wird zuweilen bedenkliche Formen 
annehmen, wir dürfen auch nicht vergessen, daß sich die lebhafte Matrosen 
bevölkerung heftig gegen die Auflösung der sichtbaren Kriegsflotten auflehnen 
wird. Indessen — das alles können wir ja ruhig abwarten. 
Ich fürchte nur, daß die Umwälzung tatsächlich zu schnell kommt. Vielleicht 
macht man künstlich Uebergangsperioden. Aber ich weiß eigentlich nicht, wie 
man das anfangen soll. Die entscheidenden Erklärungen werden doch nicht 
lange zurückgehalten werden können. Man erspart durch die Auflösung der 
sichtbaren Flotten viele viele Milliarden. Ein ungeheurer Reichtum ist damit 
zu Grabe getragen. Und es weint Reiner diesem Verluste nach. Man sagt 
nur: Gott sei Dank! Die sind wir los! 
Daß man nicht verabsäumen wird, gegen diese bevorstehende Auflösung 
der sichtbaren Flotte Front zu machen, versteht sich von selbst. Ich habe schon 
im August IS14 gelesen, daß die Unterseeboote zur „Repräsentation" nicht 
genügen; dazu wäre die große „sichtbare" Flotte immer noch nötig, was will 
man denn eigentlich „repräsentieren?" Die Macht der großen Seemächte? Es 
nützt nichts mehr. Diese Macht ist eben garnicht mehr auf der Erde zu finden. 
Die „unsichtbaren" Rriegsschiffe haben das Schicksal der Seemächte festgelegt. 
Mit Unsichtbaren kämpft kein vernünftiger Mensch. Demnach: Fort mit der 
Verteidigung dessen, was nicht mehr zu halten ist! 
Paul Scheerdart
	        
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