Full text: 1914-1916 (1914-1916)

enschen nur sind wir und hangen am Leben, 
Menschen nur, alle, hüben wie drüben. 
Hüben wie drüben tausende Hände erheben, 
tausende Herzen zu Gott sich: er möge den 
Frieden geben 
hüben wie drüben! 
Aber trotzig verbeißend Heimweh und Schmerz 
stehn wir uns grimmig genüber Erz wider Erz, 
hüben wie drüben. 
Sagt, wer wird den Rampf denn endlich siegreich enden? 
Wir hüben? Ihr drüben? 
Wir! Denn wenn euren matten, entnervten Händen 
Todesfurcht und Verzweiflung längst die Waffen entrissen, 
wenn eure Herzen langst zermürbt und zerwelkt sind von all den 
Bitternissen, 
hört es, ihr drüben: 
Dann werden langsam die ersten Tranen beginnen 
übern zerbeulten, blutigen Harnisch zu rinnen 
uns hüben. 
Wenn eure Witwen und Töchter langst sich getröstet haben, 
eure Braute sich langst nicht mehr kranken, 
merkt euchs, ihr drüben: 
Dann werden wir erst unserer Toten denken, 
die wir ernst, doch schweigend einst begraben 
hüben und drüben. 
Rarl von Eisenstein-Prag
	        

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