Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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Le das erlöst, daß ich die Stadt verlor, 
wo jeder Mund nach toten Schiffen 
schreit, 
wie kommst du, weißes Haus im Wald, 
mir vor 
Ln dieser sonntagsblanken Einsamkeit! 
Auf deiner Wiese, wie auf grüner See, 
die unberührt vom Sturm des Rriegs sich wiegt, 
erscheinst du wie ein Wunderschiff aus Schnee, 
das im geweihten Tag verankert liegt. 
Noch stehen deine Uferbuchen schwer 
von Glanz beladen wie im fernen Jahr, 
als jedes tote Blatt im Astemeer 
schon leiser Schmerz in unsrer Liebe war. 
Wie blüht die süße, brüderliche Zeit 
um deine Wände noch, aus deinem Schoß, 
wie dehnst du plötzlich, kleines Haus, dich weit, 
wie wachst du auf so ungeheuer groß! 
Du weißes Wunderschiff Ln meinem Traum, 
laß Liebe hell von deinen Masten wehn, 
und wachse, wachse endlos Ln den Raum, 
daß alle deine weiße Fahne sehn! 
Gottfried Rölwel
	        

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