Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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3um neuen Jahrgang 
Qtinßm früheren Heft des Jeit-Lchos wurde von der damaligen 
Leitung ein Jette! beigegeben» der folgende „Aufklärung" enthielt: 
„Über den leitenden Gedanken des Jeit-Lchos ist im Irrtum, 
wer annimmt, hier würde eine Zahne entrollt. Führer bliesen ;um 
Aufbruch in einer einigen und übereinstimmenden Wegrichtung. 
Dafür wird die Stunde und die Notwendigkeit erst gekommen sein, 
wenn die äußere Gefahr abgewendet ist, und wieder der Friede seine 
schweren Aufgaben stellt. Jetzt kann es nur darauf ankommen, 
die Kriegsstimmung, und ;war gerade in ihrer Verschiedenheit und 
ihrer Vielausdeutbarkeit?u sammeln und sich spiegeln zu lassen." 
Lin Jahr lang ist das Jeit-Lcho in diesem Sinne geführt. 
Aber ich denke, ein Jahr lang „Kriegsstimmung", das genügt. 
Wir wissen nun ungefähr, in was für Stimmungen das geistige 
Deutschland durch den Krieg versetzt ist. Wir wollen nun mehr. 
Stimmungen helfen uns nichts. Das Jeit-Lcho soll etwas anderes 
werden als eine periodisch erscheinende, künstlerisch zensurierte 
Lnquete. Ls soll eine Jeitschrift werden. Damit ist alles gesagt. 
Der Krieg wird auch weiterhin, solange er da ist, und noch lange 
nachher, einen großen Raum in dieser Jeitschrift einnehmen. Linen 
so großen Aaum, wie er in dieser Jeit einnimmt. Da er aber 
nicht die einzige Äußerung dieser Jeit ist, auch kein umstürzendes 
Wunder, sondern nach denselben Gesetzen, aus demselben Leben und 
denselben armen Gehirnen geboren, wie alle anderen Erscheinungen 
der Jeit, nur lebens-, lärm- und leidvoller als alle anderen, im 
Wesen n i ch 1 anders als sie —, so wäre es unrecht, wenn 
seine Stimme alle anderen überschreien dürfte in diesem Lcho, das 
ein Konzert der Jeit sein soll. 
Deshalb wird von nun an in diesem Jeit-Lcho nicht nur das 
Poltern der Kanonen, das Läuten der Glocken, das Geschrei der 
Getroffenen und die Predigt der Iurückgebliebenen zu hören sein,
	        
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