Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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Der Heerwurm 
A/ie Ultimata waren gestellt. Trotzdem erfolgten ernstlich ge 
meinte Bemühungen, im letzten Augenblick den Frieden zu erhalten. 
Unzweifelhaft: Hinter den Ereignissen standen Menschen (einige 
wenige nur), die zum Teil gutwillig, zum Teil böswillig waren, die 
dennoch aber eine Verantwortung für die vor ihrem Ausbruch 
stehenden ungeheuren Ereignisse einander zuschoben. 
Aber da war ein paar Monate vor alldem der Heerwurm 
erschienen. Aus einem deutschen Gebirgswald war er, nachdem man 
ihn feit vielen Sahrzehnten nicht mehr gesehen hatte, eines Tages 
hervorgebrochen, ein acht Meter langer, händebreiter und daumen 
dicker Fug langsam aneinanderhin- und Übereinanderweg kriechen 
der, glasig glänzender Larven eines Infektes, daß die Entomologen 
sciara militaris nennen, und das gemeinhin die Bezeichnung Trauer- 
mücke führt. 
Unter dem Moder vorjährigen, faulen Laubes hervor war das 
seltsame Gebilde aus die durch den Wald führende Landstraße her 
vorgekrochen und hatte sich langsam aus dieser weiterbewegt. Man 
hatte es gesehen, und nun war kein Zweifel mehr: ein großer, 
schrecklicher Krieg stand vor seinem Ausbruch. 
So — glaubt das Volk. 
Sohannes Schlaf
	        
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