Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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durchs Fenster, in der Dämmerzeit, 
Kroch nebeliger Morgenrauch 
Und brachte müde Traurigkeit, 
Gestank der herbstlichmorsche Hauch. 
2m kalten Brunnen, Blatt an Blatt» 
Ertrunken jedes, totenfahl, 
Das Wasser war von Leichen satt. 
Am Rand der alte Baum so kahl. 
Ein Vogel, tot, am Pflasterweg, 
(Wie schien sein Schicksal rauh und hart!) 
Sein Blick, ein abgebrochner Steg, 
Sein Leib war wie zum Stein erstarrt. 
Grausames Sterben über Rächt, 
Als ich im süßen Bette schlieft 
Doch ich bin wieder aufgewacht? 
Warum? — Das Grauen hing so tief. 
Hat mich der Eod der Bruderwelt 
3» neuem Leben aufgeweckt? — 
Der Himmel hob stch, halb erhellt. 
Bald stand ich blau und traumbedeckt. 
Gottfried Kölwel
	        

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