Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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brächte die Steuer also eioeu Ertrag vou 10 Millionen Mark jährlich, «ovo« 
die sicher jehr große« Koste» der Eaxiereus und der ueu eiuzusetzeudeu Steuer 
behörden noch abzuziehen wäre» — wurde dar wirkllch eine jo große Rolle 
spielen, daß mau die Unzufriedenheit der Bilderjammler wegeu der Bevor 
zugung der Kuustgewerbejammler auf sich nehmen wollte? 
2ch glaube, die ganze 2dee ist undurchführbar» sobald mau nicht auch de« 
Mujeumsbesitz hiuzuuimmt, was sich ja aber vou selbst verbietet. Uud der Staat 
möge sich beruhigen uud nicht darauf hinweisen, daß, wenn mau den Kuustbesitz 
nicht besteuere, möglichenfalls vou klugen Leuten ihr Kriegsgewiuu i« alten 
Bildern angelegt werde. Diese Gefahr ist nicht sehr groß. Mau kau» 
nicht vou heute auf morgen Bilder kaufen. Wer 100 000 Mark verdient hat 
nod kauft uuu schnell einen Ruisdael, der kauft, weil er eilig Diuge kauft, vou 
denen er nichts versteht, natürlich viel zu teuer, und sobald er das merkt, laßt 
er seine Hände vou dem Geschäft. Als die Wehrfieuer nahte, sind dergleichen 
Manöver tatsächlich vorgekommen. Aber die Summen, die da zu fasse« ge 
wesen wären, waren noch sehr gering. Denn solche unsicheren Kauto«isteu 
arbeiten ja nicht im großen Stil. Anstatt kühl die ganze Million dranzusetzen 
und zwei Aembraudts und Äuen Irans Hals zu kaufen, kriegen sie vor den 
Objekten Augst uud begnügen sich mit einem Gabriel Metju und eine« Easpar 
Retfcher, weil mau doch nicht wißen könne 
Es scheint einstweilen noch nicht dringlich für Besitzer alter Bilder, chre 
Bersichernllgspoliceu durchzustudieren. Gerade eine Steuer, bei der es sich 
um imaginäre Werte handelt, wird in der Praxis au der Schwierigkeit der 
Durchführung scheitern. Emil Waldman«
	        

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