Full text: 1914-1916 (1914-1916)

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Vtx te Rlötze Eisen füllen sie die Enge. 
Der Sonne Rund, das strahlende, verdüstert 
Der Pfeile und Geschosse wirre Menge, 
Die Grauses aus einst heiteren Lüften siüstert. 
Jetzt aber stürzen näher die Gefchreie, 
Fratzen von Tieren, klaffende Grimassen, 
Auf nackte Haute lange Peitschen rasseln. 
Der Völker Asiens Sturm in greller Reihe. 
Wie Rlötze Eisen füllen sie die Enge: 
Hellas die Söhne, mit den weißen Schilden 
Und Purpurbüscheln - auf - den - Helmen - Flattern. 
Der Perser fallt. Zerstampfte Brut von Blattern, 
Die Heimat-Mond mit eisigem Strahle senget. 
Das krümmt sich auf im glanzenden Gefilde. 
Sie weichen nicht: Hellas die Söhne. Massen 
Von Fleisch und Fleisch, der tollen Hunde Meute. 
Die Sichelwagen zwischen Reitern prasseln, 
Steinblöcke aus den Ratapulten schleudern. 
Sie weichen nicht: das rostige Schwert voll Scharten, 
In Fetzen-Fäusten ein zerfranzter Speer. 
Der Rüste Felsen donnern. Dort im zarten 
Geblümten Horizonte schwelgt ein Meer ... 
Sie weichen nicht. Da rattern tausend Pauken, 
Leuchtfeuer blitzen fahl im Hintergründe. 
Leonidas..! — Es belfern die Hyänen 
Auf den Gebirgen, wo im steilen Schlunde 
Zerschmetterten Himmels schlaflos Gletscher gähnen. 
Zerschmetterter Himmel, der die Toten säuget. 
Johannes R. Becher.
	        
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