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oder Zuhörer durch eine große Auswahl bezeichnender
Worte und Phrasen das Verständnis zu erleichtern. Es
ist ähnlich wie in der Musik, wo die Verschiedenheit der
Instrumente die geschlossene Wirkung des Orchesters
hervorruft, nur daß hier — und das ist die besondere Er
findung des Herrn Tzara — jeder der Mitwirkenden
in jedem Moment sein Instrument wechseln kann und
so in absoluter Freiheit befähigt ist, nach seinen künst
lerischen Einsichten die Idee des Vorwurfs zu reprodu
zieren. Die Gedichte der Herren Ball, Tzara und Huelsen-
beck und vor allem die außerordentlich interessanten
Verse Kandinskys, die über die Eogik und die grammati
kalischen Fertigkeiten der psychologischen Dichter hinaus
gehen, sind typische Proben moderner Eyrik. Die Gedichte
von Frau Emmy Hennings sind ungleich konzentrierter
und technisch besser als diejenigen, die sie unter dem
Titel ,,Die letzte Freude“ vor einigen Jahren bei Kurt
Wolff erscheinen ließ. Ihre Puppen sind sehr geschickt
gemacht und im besten Sinne „unwirklich“.
Zuletzt sei noch darauf hingewiesen (was schon im
Anfang kurz erwähnt wurde), daß die Züricher Mitarbeiter
des Cabaret Voltaire eine neue Kunstrichtung vertreten,
die den Namen „Dada“ erhalten hat.
Dada ist zu gleicher Zeit eine Zeitschrift, die am
i. August von den Dada (nicht etwa Dadaisten) heraus
gegeben wird und von der man eine bedeutende Ini
tiative für eine große moderne Kunst erwartet. .
Alexander Sesqui.
Am 14. Juli fand in Zürich in dem Saal „Zur Waag“
— „pour la premiere fois dans tout le monde“ eine Dada-
Soiree statt, an der Ball, Tzara, Janco, Huelsenbeck, Arp,
Hennings und Heusser (ein Musiker) teilnahmen.
PROGRAMM.
I.
Hans Heusser: „Prelude“. „Wakauabluthe“, exotische
Tanzrhythmen. „Eine Wüstenskizze“ (eigene Kom
positionen) .