Full text: Sekunde durch Hirn

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lörg unvermutet in Fiume angekommen, saß im Kaffee, 
' dachte an Thomas von Aquino, dann an Grünewald, zu 
letzt an Gauguin, nun Kokotte ihn mit Blicken überflammte, 
endlich er sie frug nach Namen und mehr. Sie, statt Ant 
wort, flötete: Es ist sehr zum Wundern, daß jet^t so wenig 
Leute an Trichinen sterben, nicht? — Allerdings! schrie 
Jörg, da jetjt zu viel Granatenauflauf gegessen wird. Mit 
Muse trank er seine Hammelkeule, jawohl trank, bannte 
Eros aus dem krokusnen Umkreis, erinnerte sich schmunzelnd 
der Schlacht bei Ronzevalles, stieß laut ins Horn Olifant, 
als sich der Kellner heranpirschte, das Schnupftuch aufhob, 
übrigens ihm das Zündholz bereit hielt. Nachher legte Jörg 
seine Hände blau vor sich hin, dachte halb an den Busen 
der Gegenüberkokotte, halb an den schönen Flimmer der 
Milchstraße, die zum Saturn führt, als klitschnaß das Licht 
ausstob und Finsternis durch den Raum peitschte. Schließ 
lich ist unter Umständen Magenerweiterung, wennschon 
keine Krankheit, so doch ein Faulheitsübel. Und Strom 
schnellen sind auch nicht büchen.
	        

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