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seine antiseptischen Glastafeln aufzuhämmern, aber 
die mächtigen Berge spotten seiner kindischen An 
strengungen. 
Als das Fieber von Dada weicht, bemächtigt sich 
des Dichters ein dämonischer Glaswahn: mit riesi 
gen Glastafeln will er Berge, Küsten und Hoch 
flächen bedecken und sie schützen vor der Fäul 
nis und Verderbnis des kriegführenden Europas 
durch eine Erdarchitektur des Glases. 
* * * 
In Brindisi betritt Dada das gelobte Land unter 
den Huldigungen der weiblichen Bevölkerung, die 
einen Helden vermutet. Die gewaltige Gestalt, ge 
hüllt in einen schweren Mantel von Kardinalsrot, 
zieht aller Blicke an. Während Dada die Terrassen 
vom Meere heraufschreitet, wird er mit Blumen 
überschüttet, Körbe mit Früchten Siziliens werden 
ihm nachgetragen. 
Dada wölbt die athletische Brust und spricht zu 
den italienischen Frauen: „Der Held träumte unter 
den Blumen des Orients vom armen Karst im Nor 
den, den die lateinische Flagge seit Jahrhunderten 
nicht mehr küßte. Der Held fährt zu der schauri 
gen Hölle zu Füßen der Alpen, die eure lebendigen 
Söhne frißt.“ 
Dadas Ruhm beginnt. In Neapel und Rom wird 
er interviewt und gefilmt, Barzini schildert seine 
antarktische Reise. Jenes dunkle Attentat auf die 
ukrainische Eisenbahnlinie, das vielen Tschakos den 
Garaus gemacht, und das der Dichter der Urlaute 
in einem molligen Interview zum besten gegeben 
hat, wird in der ganzen Kriegspresse abgedruckt
	        

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