oO Jahresbericht 1925 der Zürcher Kunstgesellschaft
Sammlung.
Der Zuwachs der Sammlungsbestände beläuft sich im Berichtsjahr auf 7 Skulp-
turen, 60 Gemälde und 116 Miniaturen, 43 Zeichnungen, 586 Kupferstiche, Radierungen,
Holzschnitte, Lithographien, zusammen 812 Nummern,
Voran stehen Werke, die im besondern auf die Eröffnung des erweiterten
Kunsthauses aus freiwilligen Beiträgen erworben werden konnten oder als Schenkungen
und Leihgaben auf die Eröffnung hin der Sammlung überwiesen wurden. Mit Hülfe des
Stadtrates von Zürich und Beiträgen von Privaten wurden aus der internationalen Aus-
stellung im Kunthaus der Biergarten «Oude Vinck» von Max Liebermann und die «Rue
Norvins» von Maurice Utrillo angekauft. Die kantonale Regierung erwarb in der gleichen
Ausstellung als Geschenk für das Kunsthaus einen weiblichen Bronzetorso von Aristide
Maillol. Die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde hatte ihrerseits bei ihren Mitgliedern
ausserordentliche Beiträge gesammelt und kaufte zur Ueberweisung als Leihgabe an die
Sammlung, ebenfalls aus der Internationalen Ausstellung, die «Basilique de St. Denis»
von Maurice Utrillo und einen mänulichen Kopf in Bronze von Charles Despiau. In
gleicher Weise erwarb ein einzelner Kunstfreund zur Einreihung in die Sammlung als
Leihgaben die «Rue Ordener» von Utrillo und einen Frauenkopf von Andre Derain.
Wenige Wochen vor der Eröffnung der neuen Räume erfolgte die überraschende
Schenkung von 19 Gemälden und 116 Miniaturen alter, vornehmlich italienischer Meister
aus dem Nachlass des in Turin verstorbenen Zürcher Sammlers August Abegg. An die
Ueberweisung knüpften die Donatoren, die Hinterlassenen von Herrn August Abegg, den
Wunsch, dass die Werke nach Möglichkeit innerhalb der Sammlung des Kunsthauses als
Schenkung August Abegg gekennzeichnet und beisammen gehalten werden. Der
Vorstand kam diesem Wunsche gern entgegen und räumte der nach Umfang und künstlerischer
Haltung in der Geschichte des Kunsthauses bisher einzigartigen Schenkung den ehemaligen
Böcklinsaal ein. Das Verzeichnis der Werke folgt im Wortlaut, wie es mit dem Schen-
kungsbrief überwiesen wurde, als Beilage am Schluss dieses Berichtes. Den Gemälden
und Miniaturen fügten die Donatoren eine Gruppe von Elfenbeinschnitzereien bei.
Ankäufe wurden durch die Zürcher Kunstgesellschaft in der Höhe von Fr. 63,000.—
vorgenommen, Sie umfassen ausser dem bereits erwähnten Biergarten von Liebermann
und dem Strassenbild von Utrillo je eine Bronzefigur von Carl Burckhardt «Erinnerung
an H. D.», an deren Kaufpreis von privater Seite ein Beitrag von Fr. 1000.— geleistet
wurde, und von Hermann Hubacher, «Gefesselte», für die der Anteil am Bundesbeitrag
an den Schweizerischen Kunstverein zur Verfügung stand; 2 Gemälde von Hans von
Mares, «Putto zum Urteil des Paris», und Henri-Matisse, weibliche Halbfigur «Margot»,
14 Zeichnungen von Maurice Barraud, Ernst Barlach, Paul Bodmer, Ignaz Epper, Wilhelm
Füssli, Karl Hügin und 34 Holzschnitte, Kupferstiche, Radierungen und Lithographien
von Ignaz Epper, Bonaventura Genelli, Karl Hosch, R. La Fage, Henri-Matisse, Ph. L.
Parizeau. Als Jahresgaben und im Tausch gingen 18 graphische Blätter von O0. Baum-
berger, Amadeus Dier, J. Diveky, Augusto Giacometti, Heinrich Herzig, Hermann Huber,
F. Michl und Alexander Soldenhoff ein.