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Jahresbericht 1936 der Zürcher Kunstgesellschaft
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Ausstellung
Von den neun Ausstellungen des Jahres galten sechs den schweizerischen Künstlern
ınserer Zeit, eine ihren Vorgängern im letzten Viertel des 18. und der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts, neben den Japanern der Holzschnittausstellung erscheint ein einziger
nicht schweizerischer Meister, Courbet. Daß das Ausstellungsjahr als Ganzes dabei doch
lebendig und reich wirkte, liegt bei der großen Zahl und der Mannigfaltigkeit der schwei-
zerischen Talente. Auf die Anlage der Ausstellungen hin betrachtet, erklärt es dies zum
Teil auch durch seine Struktur: Am Anfang und am Ende stehen je eine Sonderausstellung
aines einzigen Künstlers, im Frühling und Herbst je eine von Künstlergesellschaften be-
strittene Sammelausstellung, anschließend je eine Gruppe von zehn durch die Ausstellungs-
kommission ausgewählten Malern und Bildhauern, am Anfang und Ende des Sommers
ıhematische Gesamtausstellungen schweizerischen Kunstgutes, die eine nach der Vergangen-
heit, die andere mehr nach der Zukunft gerichtet, im Zentrum die in ihrer Besonderheit
von Form, Gesinnung und Technik scharf trennende japanische Ausstellung.
Die Gesamtzahl der Aussteller beträgt 178 mit 181 Einsendungen und 1454
Werken. Mit zehn und mehr Werken vertreten waren, abgesehen von den allein die
Räume füllenden Hans Berger und Gustave Courbet und den ältern Meistern W. Adam
Toepffer und G. Ludwig Vogel der Septemberausstellung: Rene Auberjonois, Otto Baum-
berger, Rodolphe Bolliger, Fritz Boscovits, Pietro Chiesa, Jacques Düblin, Ignaz Epper,
Hans Fischli, Paul Flury, Johann Heinrich Füßli, Wilhelm Gimmi, Paul Hogg, Hermann
Huber, Ernest Hubert, Charles Hug, Paul Klee, Albert Kohler, Alfred Marxer, Leon-
hard Meißer, Gregor Rabinovitch, Walter Schneider, Fred Stauffer, Eduard Stiefel,
Christoph Vohdin, Robert Wehrlin, Eugen Zeller.
Der Ablauf der Ausstellungen innerhalb des Kalenderjahres und ihre Zusam-
mensetzung im einzelnen sind die folgenden:
14. Dezember 1935 bis 31. März 1936: Gustave‘ Courbet, 156 Werke.
5. April bis 3. Mai: Sektion Paris der Gesellschaft schweizerischer Maler, Bildhauer und
Architekten: 24 Künstler, 170 Werke.
7. Mai bis 10. Juni: Erik Bohny, Jacques Düblin, Hans Eric Fischer, Werner Hart-
mann, Albert Kohler, Reinhold Kündig, Walter Schneider, Fred Stauffer. Christoph
Vohdin; 9 Künstler, 143 Werke.
13. Juni bis 26. Juli: Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und Plastik; 41 Künstler,
160 Werke.
2. bis 30. August: Japanische Holzschnitt-Triptychen von Meistern des zweiten und dritten
Viertels des 19. Jahrhunderts: 23 Künstler, 200 Werke.
1. bis 19. September: Schweizer Maler im Zeitalter des Klassizismus und der Romantik;
15 Künstler, 99 Werke.