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Jahresbericht 1936 der Zürcher Kunstgesellschaft
DO
Vereinsleben
Das gesellschaftliche Vereinsjahr wurde am 2. Januar pünktlich eingeleitet mit einem
vergnügten Bächtelismahl im «Weißen Wind» und einer den saftigen Tafelfreuden
angepaßten Festkarte von Paul Bodmer, die noch einmal ein Geschenk von Herrn Dr. R.
Jagmetti und der Druckerei J. C. Müller ist; das geschäftliche Jahr etwas ernster und
später mit der Genehmigung von Rechnung und Bericht 1936 und Wahl der Rechnungs-
revisoren für 1935 durch die ordentliche Generalversammlung vom
29. Mai.
Zur Stärkung der Handlungsfähigkeit der Sammlungskommission zog der Vor-
stand Herrn Dr. E. Friedrich als außerordentliches Kommissionsmitglied bei, da ein außer-
halb von Zürich wohnendes ordentliches Mitglied an den Sitzungen seit mehreren Jahren
fast nie mehr teilnehmen konnte.
Einen schmerzlichen Verlust erlitt die Zürcher Kunstgesellschaft mit dem Tod von Pro-
fessorDr.KarlMoser am 28. Februar. Sie besaß in dem Architekten des Kunst-
hauses von 1910 und des Erweiterungsbaues von 1925 einen stets lebhaft anteilnehmenden
Freund und dankt ihm noch aus den letzten Jahren Vorstudien zu einer nächsten Bau-
etappe im Rahmen eines Gesamtprogramms, die wichtige Fragen des Grundrisses und des
Aufbaues erwünscht und aufschlußreich beleuchten. Die Kunstgesellschaft schätzt sich
glücklich, daß es ihr möglich geworden ist, ein Lebensbild des Künstlers wie des Men-
schen als Neujahrsblatt ihren Mitgliedern in die Hand zu legen, das auch für eine breitere
Deffentlichkeit Geltung und Wert besitzt.
Sieben Mitteilungen unterrichteten das Jahr hindurch die Mitglieder über die
Veranstaltungen im Kunsthaus und die Ergebnisse der Tätigkeit des Vorstandes und der
Kommission. Besondere Einladungen ergingen für die Führungen des Direktors in
der Courbet-Ausstellung, den Courbet-Vortrag von M. Paul Jamot am 23. März,
die Ausstellungseröffnungen «Zeitprobleme in der Schweizer Malerei und
Plastik», Niklaus Manuel, «Japanische Holzschnitt-Triptychen», Hans Berger, im Juni,
Juli, August und November.
Eine überall mit Freude aufgenommene Ueberraschung bescherten der Maler Jakob
Ritzman und der Verlag Orell Füßli den Mitgliedern mit dem schlanken Bändchen der
farbigen Schnitzelbankbilder und - Verse, die Jakob Ritzmann in verschie-
denen Malen vor Kunstfreunden und Künstlern ausgeschüttet hatte. Das Büchlein ist
nicht nur ein Geschenk des Künstlers, sondern auch des Verlegers, er stellte die ganze Auf-
lage von 1100 Exemplaren dem Kunsthaus kostenlos zur Verfügung, damit das Verkaufs-
ergebnis dem Sammlungsfonds zugute komme.
Bei allen festlichen Anlässen hatte die Kunstgesellschaft die Freude, ihre Schwester-
gesellschaften, die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde und die Ver-
einigung für zeichnende Kunst in Zürich, die am Ausbau der Samm-
lungen des Kunsthauses wirksam mithelfen, als vertraute Gäste zu empfangen, während