Jahresbericht 1936 der Zürcher Kunstgesellschaft
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Sammlung
Für die Sammlung brachte das Berichtsjahr zunächst noch eine willkommene Nach-
lese von insgesamt Fr. 1960.— zur Jubiläumsspende; unter den sonstigen Schen-
kungen zwei Skulpturen, einen frühen Gipsguß der «Bacchantin» von Rodo v. Nie-
derhäusern, überwiesen durch Herrn C. Knauer-Hoffmann, und von einem dem Dargestell-
ten nahestehenden Geber die Bronzebüste Hermann Kesser von Arno Breker, die 1931 im
Rahmen der großen Plastik-Ausstellung in Zürich zum erstenmal gezeigt worden war und
im Katalog der Ausstellung auf Tafel 6 reproduziert ist. Der Zürcher Kunstfreund, der für
das Kunsthaus sammelt, erwarb Gemälde von P. Bodmer, E. Morgenthaler, J. v. Tscharner
und die Bronzebüste Maya Kübler von Hermann Hubacher.
Als Vermächtnis von Frau Camilla Meyer in Kilchberg durfte das Kunsthaus das Bildnis
der Testatorin von Franz v. Lenbach entgegennehmen. Hans Berger schenkte ihm bei Anlaß
seiner großen Ausstellung eine seiner neuen Provence-Landschaften von 1930 und drei
Zeichnungen «Wasserfall 1907», «Hausfrau 1927», «Ein Kopf» (Selbstbildnis) 1933, sowie
die Originalzeichnung zu seinem Plakat für die Zürcher Ausstellung; die Künstlervereini-
gung Zürich eine Lithographie «Lauernder Tiger» von Werner F. Kunz; ‚die Regierung
des Kantons Zürich den Holzstich «Kellerstübli in der Staatskellerei» von Fritz Ulrich
Weltis Herr Dr. R. Schmidt eine Egon Schiele-Mappe mit sechs Radierungen und zwei
Lithographien des Künstlers; die Firma Gebrüder Fretz A.-G. als Neujahrsgabe eine Mappe
«Zürich» mit zwölf Lithographien von Otto Baumberger; weitere graphische Blätter
kamen hinzu als Jahresgaben. verschiedener Gesellschaften, so z.B. ein von der Vereini-
gung Zürcher Kunstfreunde herausgegebenes Selbstbildnis in Federlithographie von Her-
mann Huber.
Die Leihgaben brachten wertvollen Zuwachs für. die Abteilung der lebenden
schweizerischen Meister. Einem Wunsch des Vorstandes und der Sammlungskommission
entsprach die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde mit der Erwerbung des großen
«Bauerngarten» 1918 von Cuno Amiet, aus der ehemaligen Sammlung Oscar Miller,
Biberist. Das Bild ersetzt für die Vereinigung selber den durch sie im Jahr 1920 beim
Künstler angekauften, 1931 mit dem Münchner Glaspalast verbrannten «Maler Gonthier»
von 1920. Die Regierung des Kantons Zürich stellte dem Kunsthaus ihren Ankauf aus der
Zürcher April-Ausstellung, ein Selbstbildnis 1932 von Wilhelm Gimmi, zur Verfügung;
der Bund aus seinen Erwerbungen 1935 und 1936 die Gemälde: Walter Clenin «Kompo-
sition für Wandmalerei», Georges Dessouslavy «Les deux gosses», Gertrud Escher «Südfran-
zösische Stadt», Hermann Huber «Arbeitende im Garten», Heinrich Müller «Camelien».
Eine der intensivsten späten Landschaften von Lovis Corinth «Baum am Walchensee»
und zwei Werke von Gustave Courbet «La dame de Francefort» und «Bildnis des Bildhauers
Leboeuf» wurden aus verschiedenem Besitz erhältlich, die beiden Tafeln «Der Heilige
Eligius als Goldschmied» und «Begegnung von Joachim und Anna an der goldenen
Pforte» von Niklaus Manuel aus einer großen schweizerischen Privatsammlung.
Für Ankäufe wurden nahezu, mit Einrechnung des Anteils an der Bundessubven-
tion für den Schweizerischen Kunstverein sogar mehr als Fr. 90 000.— aufgewendet. Das an
:;ich zufällige Zusammentreffen einmaliger Möglichkeiten gebot wiederholten raschen