—
Jahresbericht 1942 der Zürcher Kunstgesellschaft
15
Bartholet verschied am 29. November 1942; sie hatte am 1. Dezember 1930 als Billetkassierin
und Gehülfin für Büroarbeit ihren Dienst im Kunsthaus aufgenommen und ihn, so lange
ihr Gesundheitszustand es ihr erlaubte, getreu versehen. In den gleichen späten November-
tagen verlor das Kunsthaus durch einen tragischen Unglücksfall in Graubünden auch den
Sekretär-Adjunkten Herrn Walter Santschi, der seit dem 10. Februar 1930 seine ganze
Arbeitskraft ihm gewidmet hatte. Unbeirrbare Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit in
dem oft anspruchsvollen Kontrol- und Speditionsdienst für die Ausstellungen und in allen
andern Dienstleistungen, wie die wechselnden Umstände sie verlangten, haben seine Arbeit
ausgezeichnet und werden seinem Gedächtnis als Ehrentitel bleiben. Fern von ihrem
früheren Wirkungskreis starb im Ruhestand am 11. November Frau Verena Kaspar, die mit
ihrem Gatten, dem Hauswart Johann Kaspar im neuen Kunsthaus von 1910 eingetreten war
und es bis im Juli 1929 mit ihm hatte betreuen helfen.
Für Besorgung der Billetkasse, der Mitgliederkontrole und weitere Mithülfe bei Büro-
arbeiten trat am 16. Februar Fräulein Eva Borst ein. Die Stelle eines Assistenten wurde
geschaffen, als mit einer raschen Durchführung des Projektwettbewerbes für die Kunst-
hauserweiterung und der Inangriffnahme des Baues in nicht all zu ferner Zukunft gerechnet
wurde, zur Unterstützung des Direktors bei der damit sich ergebenden Mehrbeanspruchung
und zur Durchführung besonderer Arbeiten, wie Revision der Sammlungsbestände und
Inventare und Drucklegung der Inventare. Der Vorstand und der Direktor freuten sich,
dafür Herrn Dr. Marcel Fischer gewinnen zu können. Herr Dr. Fischer hatte schon im Herbst
1941 bei der Einrichtung und Katalogisierung der Füssli-Ausstellung sich als überaus wohl
unterrichtet und leistungsfähig erwiesen und in der Folge ja auch das wertvolle Neujahrs-
blatt über das Zürcher Skizzenbuch von Füssli verfaßt. Seine Arbeit, die er nach der
Beurlaubung von seinem Schulamt Anfang Mai aufgenommen hatte, wurde leider durch
Militärdienst in der Mitte und wieder am Ende des Jahres unterbrochen.
Der Kunsthausbesuch steht mit rund 64 000 Eintritten um 2000 über der Zahl
von 1940, aber um 25 000 unter 1941. Die genauen Zahlen sind:
1942
Besucher insgesamt 64 169
Zahlende 15 650
Nichtzahlende 48 519°
An Sonntagen insgesamt 44 548
An Sonntagen zahlende 4 395
An Sonntagen nicht zahlende 40153
1941 1940 1939
89 509 61 942 129 630
28 766 13 567 20 066
60 743 48 375 109 564
57 783 46 022 59 357
7 645 4 600 6529
50 138 41 4292 592 898
1941 ist das Jahr der Ausstellungen Sammlung Oskar Reinhart und Johann Heinrich
Füssli, 1939 das Jahr der Schweizerischen Landesausstellung, welche der Ausstellung
Zeichnen, Malen, Formen I und II im Kunsthaus manche Gäste mit Eintrittskarten der
Ausstellung am See brachte, an denen das Kunsthaus keinen Anteil hatte.
Die Zahl der auswärtigen Schulklassen und anderer Besuchergruppen mit ermäßigtem
Eintritt beläuft sich für 1942 auf 92 mit 1825 Teilnehmern (1941: 101 mit 2499 Teil-
nehmern) ; der stadtzürcherischen Schulen mit freiem Eintritt auf 90 mit 1297 Teilnehmern.
Zu den 12 Führungen des Direktors fanden sich insgesamt 445 Personen ein.
Den stärksten Besuch brachten die Monate Januar mit 8167 (1941: Januar mit 16 646),
Februar mit 7591 (1941: Dezember mit 11 362) und November mit 7217 (1941: November
mit 8986). „
Am wenigsten Eintritte weisen auf Juli mit 3222 (1941: Juli mit 1815), April mit 3532
(1941: Mai mit 2195) und Juni mit 3550 (1941: Juni mit 2476).
Ausstellungskataloge wurden 8533 verkauft (1941: 13 135), Bildkarten nach Werken der
Sammlung des Kunsthauses 462 (1941: 172), nach Werken der Sammlung Oskar Reinhart
434 (1941: 6176), Bilderhefte der Sammlung 74 (1941: 92).