Volltext: Jahresbericht 1962 (1962)

ou bien semblable ä tel petit marbre des Cyclades qui ne va 
nulle part et contient tout; ou bien encore un objet magique; 
ou bien une ecriture religieuse...; ou bien encore un objet 
commemoratif ...; ou bien, enfin, un objet de delectation.>» 
«Il Miracolo> (1957) von Marino Marini”, eine Schen- 
kung des Schweizerischen Bankvereins, ist, neben der frühen 
Holzskulptur «Ersilia»”, das zweite bedeutende, in den Besitz 
des Kunsthauses gelangte Werk des Italieners. Der Reiter ist 
Marinis «großes» Thema; das ihn berühmt gemacht hat. Es 
offenbart die Kraft von Marinis Vision, daß er anhand aus- 
gerechnet eines scheinbar derart «abgegriffenen» Themas zur 
Verwirklichung seiner tiefsten Intentionen gelangen konnte, 
so daß es heute kaum mehr möglich ist, vom künstlerischen 
Motiv der Reiterdarstellung in der abendländischen Kunst zu 
sprechen, ohne zugleich der Lösungen zu gedenken, die 
Marini gefunden hat. Die Gestaltung des Motivs beschäftigt 
Marini seit den dreißiger Jahren; damals gehorchte sie einer 
Tendenz auf «realistische» Ernüchterung gegenüber der 
überkommenen Ottocento-Pathetik.” Der Reiter in Holz der 
Sammlung Krayenbühl bringt 1949 bis 1950 die «klassische» 
Formulierung: als ein mächtiges Mal ist dieser Reiter unver- 
rückbar der Gesetzlichkeit der Orthogonalität überantwortet, 
im Raum als plastisches Koordinatennetz errichtet; die organi- 
schen Formen nehmen das Gepräge des pfostenhaft-klobig 
Architektonischen an. Diese grandiose Statuarik hatte indes- 
sen keinen Bestand. Unmittelbar nach dem Krieg schon begann 
sich jene Wandlung zum dramatisch Expressiven abzuzeich- 
nen. die schließlich die mit dem Motiv des Reiters verbundene 
20 Bronze. 4 von 6. Höhe 174 cm. Katalog der Marini-Ausstellung, Kunsthaus Zürich 
1962, Nr. 98. 
21. Vgl. Zürcher Kunstgesellschaft, Jahresbericht 1958, S. 33f. 
?22 Vgl. Heinz Fuchs, Marino Marini, Il Miracolo 1953, Stuttgart 1961 (Werk- 
monographien zur bildenden Kunst, Nr. 70), S. 3f. Hier findet sich die ein- 
zehendste Behandlung der «Miracolo»-Thematik. 
a
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.