ou bien semblable ä tel petit marbre des Cyclades qui ne va
nulle part et contient tout; ou bien encore un objet magique;
ou bien une ecriture religieuse...; ou bien encore un objet
commemoratif ...; ou bien, enfin, un objet de delectation.>»
«Il Miracolo> (1957) von Marino Marini”, eine Schen-
kung des Schweizerischen Bankvereins, ist, neben der frühen
Holzskulptur «Ersilia»”, das zweite bedeutende, in den Besitz
des Kunsthauses gelangte Werk des Italieners. Der Reiter ist
Marinis «großes» Thema; das ihn berühmt gemacht hat. Es
offenbart die Kraft von Marinis Vision, daß er anhand aus-
gerechnet eines scheinbar derart «abgegriffenen» Themas zur
Verwirklichung seiner tiefsten Intentionen gelangen konnte,
so daß es heute kaum mehr möglich ist, vom künstlerischen
Motiv der Reiterdarstellung in der abendländischen Kunst zu
sprechen, ohne zugleich der Lösungen zu gedenken, die
Marini gefunden hat. Die Gestaltung des Motivs beschäftigt
Marini seit den dreißiger Jahren; damals gehorchte sie einer
Tendenz auf «realistische» Ernüchterung gegenüber der
überkommenen Ottocento-Pathetik.” Der Reiter in Holz der
Sammlung Krayenbühl bringt 1949 bis 1950 die «klassische»
Formulierung: als ein mächtiges Mal ist dieser Reiter unver-
rückbar der Gesetzlichkeit der Orthogonalität überantwortet,
im Raum als plastisches Koordinatennetz errichtet; die organi-
schen Formen nehmen das Gepräge des pfostenhaft-klobig
Architektonischen an. Diese grandiose Statuarik hatte indes-
sen keinen Bestand. Unmittelbar nach dem Krieg schon begann
sich jene Wandlung zum dramatisch Expressiven abzuzeich-
nen. die schließlich die mit dem Motiv des Reiters verbundene
20 Bronze. 4 von 6. Höhe 174 cm. Katalog der Marini-Ausstellung, Kunsthaus Zürich
1962, Nr. 98.
21. Vgl. Zürcher Kunstgesellschaft, Jahresbericht 1958, S. 33f.
?22 Vgl. Heinz Fuchs, Marino Marini, Il Miracolo 1953, Stuttgart 1961 (Werk-
monographien zur bildenden Kunst, Nr. 70), S. 3f. Hier findet sich die ein-
zehendste Behandlung der «Miracolo»-Thematik.
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