die dergestalt das Gehaben bannender, nicht geheurer plasti-
scher Landschaften, stillebenhafter, dreidimensionaler «Platz-
projekte» bekommt.'* Die Exerzitien um die Besitzergreifung
der Elemente plastischer Gestaltung, des Figürlichen, Körper-
lichen, Bewegungshaften, Räumlichen, erhalten in den
«cages»-Erfindungen die singulärste Ausprägung: die Schau-
plätze grenzen sich als Käfig- und Gerüstbauten aus
dem natürlichen Umraum aus; sie werden zur Bühne, auf
der sich, im umschrankten Bezirk der eigenen, geheimnis-
vollen Traumwelt, die surrealistischen «Riten der Dingmagie»
vollziehen — mit jener unheimlichen, jetzt ins plastisch
Greifbare gewandelten Suggestion, die schon die «Pittura
metafisica»> beschworen hatte.
Die Zusammenstellung der Einzelfiguren auf Schau-
plätzen läßt Giacometti sich auf mannigfache Weise voll-
ziehen — hierin eben äußert sich ein Nachwirken der Experi-
mente aus der Zeit der surrealistischen Periode. Giacometti
versetzt zum Beispiel eine oder mehrere Figuren, reglos
hieratisch aufgereiht oder vielrichtig schwankend bewegt, in
Schaukästen und Raumkäfige auf Ständern!. «La fort» ver-
anschaulicht im Rahmen dieser Gestaltungsmöglichkeiten das
Extrem absoluter Immobilität und restloser Fixiertheit der
Statuetten auf der freien, also nicht zum Raumkäfig und
Raumkasten ergänzten Bodenplatte.
Giacomettis «Platzanlagen» mit gruppenmäßiger Häufung
von Figuren bereichern die europäische Plastik des 20. Jahr-
hunderts um grundsätzlich neue Aussageaspekte; anderseits
aber führen sie ein Darstellungsproblem an eine radikale
Grenzsituation, das in der europäischen Ueberlieferung skulp-
turalen Schaffens seine vergleichbaren Parallelen besitzt. Der
letzte Bildhauer. der vor Giacometti mit ähnlichen formalen
10 Vor allem La boule suspendue, 1930/31; Projet pour une place, 1931; Circuit,
1931; Pointe ä& l’ceil, 1931; On ne joue plus, 1932; Palais de quatre heures, 1932.
1 Vor allem Figurine dans une boite, 1951; Cage, 1950/51; Place (trois figures,
une töte), 1950/51.
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