Zusammentreffen kann leider bei dem heutigen Ausstellungs-
betrieb immer wieder vorkommen, ist es doch für viele Aus-
stellungen aus finanziellen Gründen nötig, daß Organisatoren
verschiedener Länder sie in Zusammenarbeit durchführen.
Die Gauguin-Ausstellung haben wir zusammen mit dem Arts
Council of Great Britain unternommen. Auch diese Ausstel-
lung fand starke Beachtung, nicht nur wegen der darin ent-
haltenen Meisterwerke von Gauguin, sondern auch deswegen,
weil die übrigen Maler des Kreises von Pont-Aven zum Teil
so etwas wie eine neue Entdeckung bedeuteten. Für uns Schwei-
zer erfreulich war es, wie gut sich die bretonischen Werke
Cuno Amiets in diesem Ensemble hielten.
Die darauf folgende Ausstellung war zwei Zürcher Künst-
lern gewidmet, dem Plastiker Arnold d’Altrı und dem Maler
Adolf Herbst. Es handelte sich um die Ehrung zweier Künst-
ler, die bereits auf ein beträchtliches Werk zurückblicken kön-
nen, durch das sie sich in der ganzen Schweiz viele Freunde
und Sammler geschaffen haben.
Für die Juni-Festwochen führten wir eine große retrospek-
tive Ausstellung des Werkes von Oskar Kokoschka durch, des-
sen achtzigster Geburtstag damit gefeiert werden sollte. Die
Eröffnung in Anwesenheit des Meisters wurde zu einem gro-
ßen Fest für den Künstler, dessen Freunde von weit her zu
diesem Anlaß kamen. Eine große Zahl von Besuchern aus dem
In- und Ausland brachte durch ihren Besuch der Ausstellung
ihre Verbundenheit mit dem Meister zum Ausdruck.
Mit Francois Stahly kam ein Künstler der Gegenwart zur
Ausstellung, der vorwiegend im architektonischen Zusammen-
hang arbeitet. Für seine zum Teil sehr raumfüllenden Werke,
die oft die Mitte zwischen Architektur und Plastik halten,
eignete sich unser Ausstellungsraum vorzüglich. Der Künstler,
heute Franzose, ist in der Schweiz aufgewachsen und auch in
schweizerischen Sammlungen vertreten, arbeitet aber vorwie-
gend in Frankreich und den Vereinigten Staaten. Die Ausstel-
lung fand eine geteilte Aufnahme und wurde stark diskutiert.
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