Wenn von den Schenkungen Privater die Rede war, so sind jene Samm-
ler nicht zu vergessen, die oft für sehr lange Zeit Werke als Leihgaben
für die Sammlung zur Verfügung stellen. Auch in dieser Beziehung war
das abgelaufene Jahr sehr fruchtbar. Freilich dürfen diese Leihgaben, die
oft so lange bleiben — manche jahrzehntelang —, daß man sie zur Sammlung
zählt, nicht dazu verleiten, sich über den wahren Bestand dieser Samm-
lung IMusionen zu machen und damit deren Ausbau zu vernachlässigen.
Wenn Ankäufe und Schenkungen nach außen hin für das Publikum in
Erscheinung treten, so geschieht dies viel weniger ausgeprägt mit einer
andern Tätigkeit, die aber für das Museum, und im Endeffekt auch für
die Besucher, nicht minder wichtig ist: die Pflege und Konservierung der
Werke. Freilich gibt es auch hier spektakuläre Fälle, etwa den, daß nach
der Entfernung von Übermalungen und Retouchen ein Bild gewisser-
maßen neu gewonnen wird; doch das ist selten, und der Alltag bringt
sehr viel Kleinarbeit, Sicherung des Bestehenden, Pflege im Kleinen,
Dinge, die dem Nichtfachmann nicht auffallen, und von denen er doch,
ohne es zu wissen, den Genuß hat. Denn ein Kunstwerk ist ja, wie alles,
der Zeit unterworfen, und es gehört nicht zu den kleinsten Leistungen
eines Museums, den dadurch entstehenden Schäden nach Möglichkeit
entgegenzuwirken. Dies sind Aufgaben, die in der Museumsdiskussion von
heute trotz ihrer Wichtigkeit kaum erwähnt werden.
Die Tatsache, daß der Altbau des Kunsthauses, welcher die Sammlung
enthält, aus einer Zeit stammt, in der von Klimatisierung noch kaum die
Rede war, bringt es mit sich, daß die Arbeitsleistung unserer Restaura-
torin dauernd sehr groß ist. Dies um so mehr, als bei derartigen Arbeiten
Hast in besonders hohem Maße von Übel ist. So schien es uns richtig,
Fräulein Buschor einen Mitarbeiter zu geben, der in der Person von Herrn
Paul Pfister gefunden werden konnte.
Es erscheint heute als Selbstverständlichkeit, über die eigentlich nicht
mehr zu diskutieren wäre, daß die Aufgabe eines Kunstmuseums nicht