Veranstaltung des Schweizerischen Kunsthandelsverbandes, der 1973 sein
fünfzigjähriges Bestehen auf sinnvolle Weise feiern wollte. Der Gedanke
des Vorstandes dieses Vereins war der, auf die Vermittlertätigkeit des
Kunsthandelsverbandes hinzuweisen, indem jedes der ungefähr dreißig
Mitglieder eine Auswahl von besonders schönen Werken zeigte, welche
im Laufe der Jahre durch den Schweizer Kunsthandel in öffentliche oder
private Sammlungen, vorwiegend der Schweiz, gelangt waren. Es sollte
also nicht eine Verkaufsausstellung sein, sondern im Gegenteil eine Art
«Musee imaginaire» von Werken, die heute in öffentlichen oder priva-
ten Sammlungen sind. Der Verein hat in Verbindung mit uns sehr viel]
Zeit dafür aufgewendet, eine schöne und interessante Ausstellung ZU-
sammenzubringen, die manche Überraschung enthielt und Werke vom
Viittelalter bis zur Neuzeit — natürlich nicht in systematischer Folge —
ımfaßte. Besondere Sorgfalt wurde auch dem Gebiet der Grafik gewid-
met. Natürlich waren einer solchen Ausstellung Grenzen gesetzt, da nicht
alle Werke, welche die einzelnen Händler in Aussicht genommen hatten,
von ihren heutigen Eigentümern zur Verfügung gestellt wurden. Leider
entsprach der Besuch der Ausstellung nicht ganz den Erwartungen. Offen-
bar deshalb, weil nicht alle Leute realisierten, daß es sich nicht um eine
Messe, sondern um eine Ausstellung schöner und bedeutender Werke
handelte.
Am Anfang des Jahres galt die Ausstellung von Ad Reinhardt der ameri-
kanischen Kunst der Gegenwart. Die Ausstellung Christo Ende des Jahres
entstammte zwar dem gleichen Bereich, war aber in jeder Beziehung ein
Gegensatz zur Reinhardt-Ausstellung, handelte es sich doch um einen
wichtigen Vertreter einer Richtung, welche nicht in erster Linie auf das
in sich ruhende Kunstwerk tendiert, sondern durch ihr Tun, ihr Handeln
auf gewisse Sachverhalte aufmerksam machen möchte. Christo ist be-
kannt geworden durch sein Einpacken großer Objekte, in der Schweiz
zum Beispiel der Kunsthalle Bern, wobei es ihm darum ging, durch die