Für die Zürcher Kunstgesellschaft dürfte 1981 - so-
weit dies am Ende der Berichtsperiode bereits fest-
zustellen ist - ein Jahr des Übergangs sein.
Ende September hat Frau Dr. Erika Bilieter das
Kunsthaus verlassen, um sich einer neuen Aufgabe
zuzuwenden. Durch die Gewinnung von Herrn Dr.
Harald Szeemann als freien Mitarbeiter sowie durch
die im Frühjahr 1982 ihr Amt antretenden Mit-
arbeiter, die bereits 1981 gewählt worden sind, wer-
den neue Impulse und Ideen an unser Museum her-
angetragen, die ihren Ausdruck insbesondere im
Ausstellungsprogramm finden werden.
Aber nicht nur innerhalb des Kreises der Kunsthaus-
Mitarbeiter sind personelle Veränderungen zu ver-
zeichnen gewesen. 1981 haben auch die beiden der
<unstgesellschaft besonders nahestehenden
<örperschaften, die Stiftung Zürcher Kunsthaus und
die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, einen Präsi-
dentenwechsel erlebt. Herr Dr. Fritz Nehrwein, der
sich als Präsident der Stiftung Zürcher Kunsthaus
'das heisst der Eigentümerin der Kunsthaus-Liegen-
schaft) insbesondere während der Bauphase des
Erweiterungsbaues von 1976 als unermüdlicher Pro-
moter bleibende Verdienste erworben hat, übergab
sein Amt Herrn Heinrich Gross.
Die Generalversammlung der Vereinigung Zürcher
<unstfreunde wählte Herrn Dr. Nicolas Bär als
Nachfolger von Herrn Dr. Hanspeter Bruderer, der
nach neunjähriger, erfolgreicher Präsidentschaft sei-
nen Rücktritt erklärt hat. Ich möchte an dieser Stelle
allen, die sich wie die hier namentlich Genannten
tatkräftig und intensiv für das Kunsthaus einsetzen,
nerzlich danken.
in unmittelbarer Nachbarschaft zum Ausstellungs-
saal wurde zu einem den neuesten Anforderungen
antsprechenden Graphischen Kabinett ausgebaut
und erweitert. Auch die Planung einer Neugestal-
tung des Erdgeschosses wurde noch 1981 in Angriff
jJenommen, die Ausführung ist jedoch erst im Früh-
lahr 1982 vorgesehen.
Trotz personellen Wechseln und baulichen Behinde-
-ungen war 1981 in bezug auf die Ausstellungen ein
"ruchtbares Jahr. Es wurden drei grosse, thema-
ische Hauptausstellungen gezeigt, die alle im
Kunsthaus konzipiert und erarbeitet worden sind:
Mythos und Ritual in der Kunst der siebziger
Jahre), «Fotografie Lateinamerika 1860 bis 1980»,
«Dreissiger Jahre Schweiz - Ein Jahrzehnt im
Widerspruch». Der Arbeitsaufwand hat sich gelohnt:
Trotz der Tatsache, dass wegen der Saalrenovation
aine Ausstellung weniger als üblich gezeigt werden
konnte, war die Gesamtbesucherzahl des Jahres er-
Freulich.
Die Sammlung verzeichnete im Berichtsjahr einen
verglichen mit dem Vorjahr eher bescheidenen
quantitativen Zuwachs; sie konnte jedoch um einige
herausragende Werke von besonderer Wichtigkeit
bereichert werden; ich denke dabei vor allem an
das Bild «La Barriere» von Paul Gauguin, das dem
Kunsthaus von Frau H. Hausammann testamenta-
"isch vermacht worden ist.
Allen Gönnern und Kunstfreunden, aber auch der
Stadt und dem Kanton Zürich, die uns durch ihre
Unterstützung den Schritt in die Zukunft erleichtern,
sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
FE.
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Neben diesen personellen Veränderungen haben
dauliche Massnahmen wesentlich dazu beigetragen,
das Jahr im Zeichen des Umbruchs zu empfinden.
Jer grosse Ausstellungssaal wurde einer längst fäl-
ligen Renovation unterzogen, und der bisher nur als
Provisorium für Ausstellungszwecke genutzte Raum