Volltext: Jahresbericht 1982 (1982)

Restaurierung 
Im Bestand unserer Kunstsammlung stauen sich 
seit Jahren zunehmend Konservierungsprobleme; es 
muss deshalb unser Ziel sein, diese Aufgaben vor- 
rangig zu behandeln. Ein besonderes Anliegen war 
die Reinigung und Firnisabnahme des von der Ver- 
einigung Zürcher Kunstfreunde neu erworbenen 
Bildes «Carriere aux environs de Pontoise» von Paul 
Gauguin. Zunächst kam man damit ein gutes Stück 
voran, wobei sich ein erheblicher ästhetischer 
Gewinn abzeichnete; die ungewöhnlich regen Aus- 
stellungsaktivitäten mit vielen Werkgruppen, welche 
zum Teil beträchtliche Probleme mit sich brachten, 
verlangten aber ein Zurückstellen der begonnenen 
Arbeiten. 
Bei den Werken der Picasso-Ausstellung waren 
Fixierungen der lockeren Farbschichten notwendig 
Daneben erforderten die in Zürich zum ersten Mal 
gezeigten Picasso-Skulpturen Restaurierungen, da 
sie teilweise zerbrochen oder anderweitig beschä- 
digt angekommen waren. Die grossformatigen 
Zeichnungen von Enzo Cucchi wurden in Rollen 
geliefert. So galt es Keilrahmen zu erstellen und die 
Werke aufzuspannen. Das 240 x 475 cm grosse 
Baumwolltuch der Arbeit <«Oltre la siepe> von Mario 
Merz wird direkt an Drähten auf einen Metallrah- 
men gehängt; diese haben mehrere Risse im Tuch 
hinterlassen. Es stellte sich die Aufgabe, diese 
Schäden zu beheben und die Stellen so zu verstär- 
ken, dass die Drähte das Tuch halten können, ohne 
ein erneutes Ausreissen zu verursachen. Die Lage- 
rung dieses grossformatigen Baumwolltuches wirft 
weitere Fragen auf. Aus Platzgründen können sol- 
che Tücher nicht einfach an die Wände des Depots 
gehängt werden; das Vorliegende darf überdies 
nicht gerollt werden, da es starke Wellen aufweist 
und beim Rollen somit Falten entstehen würden. In 
diesem Fall wurde ein Gestell mit Rollen hergestellt, 
über welche das Tuch in mehrmaligem Umschlagen 
zu hängen kommt. Bei dieser Methode verringert 
sich die Platzbeanspruchung auf einen Viertel 
(240 x 120 cm) und ermöglicht so eine problemlose 
Lagerung grossformatiger Werke. Die Werke von 
Martin Disler wurden gleichfalls auf diese Weise 
eingelagert. 
Anlässlich der Matisse-Ausstellung war der Trans- 
port der grossformatigen Gemälde, wie «La danse) 
aus Paris und <«Acanthes) aus Basel, zu konzipieren 
vorzubereiten und zu begleiten. Diese Bilder sind 
derart gross, dass sie sich in den Lastwagen nur 
knapp diagonal plazieren lassen. Um ein Verbie- 
gen des Keilrahmens zu verhindern, fixierte man ihn 
mittels einer Stützkonstruktion. Damit die Leinwand 
nicht durchhängt, wurden zwischen Leinwand und 
Keilrahmen Zwischenlagen eingefügt. Mit diesen 
Absicherungen liessen sich die Gemälde transpor: 
tieren, wobei stets bedacht werden muss, dass 
grossformatige Bilder durch einen Transport un- 
gleich stärker gefährdet sind als kleinformatige. 
Joan Mirös Keramikwand <«Oiseaux qui s’envolent 
konnte das Kunsthaus anlässlich der Ausstellung 
«Joan Mirö, Das plastische Werk) von 1972 als Ge- 
schenk im Empfang nehmen. Der Einfachheit halber 
klebte man diese glasierten Schamotteplatten auf 
einen Holzrost, der auf die ehemalige Stirnwand der 
Eingangshalle plaziert wurde. Mit der Eröffnung des 
Erweiterungsbaues musste eine andere Stelle, an 
der das Werk seiner Bedeutung entsprechend zur 
Geltung kommt, gesucht werden. Im Garten gegen- 
über der Cafeteria war wohl der optisch ideale 
Standort gefunden, aber in technischer Hinsicht 
ergaben sich aus einer, 1972 nicht bedachten Aut 
stellung im Freien einige Schwierigkeiten. In der 
Zwischenzeit war nämlich der Klebstoff so aus- 
gehärtet, dass an ein Lösen der Platten nur mit
	        
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