Restaurierung
Im Bestand unserer Kunstsammlung stauen sich
seit Jahren zunehmend Konservierungsprobleme; es
muss deshalb unser Ziel sein, diese Aufgaben vor-
rangig zu behandeln. Ein besonderes Anliegen war
die Reinigung und Firnisabnahme des von der Ver-
einigung Zürcher Kunstfreunde neu erworbenen
Bildes «Carriere aux environs de Pontoise» von Paul
Gauguin. Zunächst kam man damit ein gutes Stück
voran, wobei sich ein erheblicher ästhetischer
Gewinn abzeichnete; die ungewöhnlich regen Aus-
stellungsaktivitäten mit vielen Werkgruppen, welche
zum Teil beträchtliche Probleme mit sich brachten,
verlangten aber ein Zurückstellen der begonnenen
Arbeiten.
Bei den Werken der Picasso-Ausstellung waren
Fixierungen der lockeren Farbschichten notwendig
Daneben erforderten die in Zürich zum ersten Mal
gezeigten Picasso-Skulpturen Restaurierungen, da
sie teilweise zerbrochen oder anderweitig beschä-
digt angekommen waren. Die grossformatigen
Zeichnungen von Enzo Cucchi wurden in Rollen
geliefert. So galt es Keilrahmen zu erstellen und die
Werke aufzuspannen. Das 240 x 475 cm grosse
Baumwolltuch der Arbeit <«Oltre la siepe> von Mario
Merz wird direkt an Drähten auf einen Metallrah-
men gehängt; diese haben mehrere Risse im Tuch
hinterlassen. Es stellte sich die Aufgabe, diese
Schäden zu beheben und die Stellen so zu verstär-
ken, dass die Drähte das Tuch halten können, ohne
ein erneutes Ausreissen zu verursachen. Die Lage-
rung dieses grossformatigen Baumwolltuches wirft
weitere Fragen auf. Aus Platzgründen können sol-
che Tücher nicht einfach an die Wände des Depots
gehängt werden; das Vorliegende darf überdies
nicht gerollt werden, da es starke Wellen aufweist
und beim Rollen somit Falten entstehen würden. In
diesem Fall wurde ein Gestell mit Rollen hergestellt,
über welche das Tuch in mehrmaligem Umschlagen
zu hängen kommt. Bei dieser Methode verringert
sich die Platzbeanspruchung auf einen Viertel
(240 x 120 cm) und ermöglicht so eine problemlose
Lagerung grossformatiger Werke. Die Werke von
Martin Disler wurden gleichfalls auf diese Weise
eingelagert.
Anlässlich der Matisse-Ausstellung war der Trans-
port der grossformatigen Gemälde, wie «La danse)
aus Paris und <«Acanthes) aus Basel, zu konzipieren
vorzubereiten und zu begleiten. Diese Bilder sind
derart gross, dass sie sich in den Lastwagen nur
knapp diagonal plazieren lassen. Um ein Verbie-
gen des Keilrahmens zu verhindern, fixierte man ihn
mittels einer Stützkonstruktion. Damit die Leinwand
nicht durchhängt, wurden zwischen Leinwand und
Keilrahmen Zwischenlagen eingefügt. Mit diesen
Absicherungen liessen sich die Gemälde transpor:
tieren, wobei stets bedacht werden muss, dass
grossformatige Bilder durch einen Transport un-
gleich stärker gefährdet sind als kleinformatige.
Joan Mirös Keramikwand <«Oiseaux qui s’envolent
konnte das Kunsthaus anlässlich der Ausstellung
«Joan Mirö, Das plastische Werk) von 1972 als Ge-
schenk im Empfang nehmen. Der Einfachheit halber
klebte man diese glasierten Schamotteplatten auf
einen Holzrost, der auf die ehemalige Stirnwand der
Eingangshalle plaziert wurde. Mit der Eröffnung des
Erweiterungsbaues musste eine andere Stelle, an
der das Werk seiner Bedeutung entsprechend zur
Geltung kommt, gesucht werden. Im Garten gegen-
über der Cafeteria war wohl der optisch ideale
Standort gefunden, aber in technischer Hinsicht
ergaben sich aus einer, 1972 nicht bedachten Aut
stellung im Freien einige Schwierigkeiten. In der
Zwischenzeit war nämlich der Klebstoff so aus-
gehärtet, dass an ein Lösen der Platten nur mit