Volltext: Jahresbericht 1983 (1983)

5 Zur Verbindung von Wald und Heimat insbesondere für 
Meyer-Amden, vgl. den in Anm. 1 zitierten Brief. 
; Reinhold Hohl, Knabenbilder - ein Thema im Werk von Meyer- 
Amden, S. 5-31 in dem Anm. 4 zitierten Katalog, untersucht 
solche Fragen. In diesem Zusammenhang ist auch seine Ver- 
bindung mit Goethes Entwicklungsroman zu bedenken, ferner 
das Motiv der Entkleidung. 
’ Huber S. 63. 
3 Huber a. a. O., dazu Schmidt (zitiert bei Huber S. 150). Die Ver 
bindung zu <«apollinisch-dionysisch) geht auf Schlemmer 
zurück, mit dem Meyer-Amden das Problem diskutierte (vgl 
seinen Brief an Schlemmer April 1918, Huber S. 112f.). Der 
Maler versuchte das Gegensatzpaar Nietzsches weiterzudenker 
ınd näherte sich einem älteren Verständnis, das im 
Apollinischen auch das Dionysische umfasst: hier erkennt er 
die Griechen besser als der Philosoph, vgl. Giorgio Colli, Nach 
Nietzsche, Frankfurt 1983, S. 41ff. 
? Hohl S. 10: «Die Figur links im Waldschatten ist eine der palm 
zweigtragenden Märtyrerinnen aus van Eycks Genter Altar. 
Vgl. auch Huber S.121 und 129. 
9 Nur kurz ist hier auf das zeittypische, in Kandinskys Schrift 
kulminierenden Streben zum Geistigen in der Kunst, das Mever 
ın den Mittelpunkt seiner Bemühungen stellte, hinzuweisen 
Serade die abstrakten Tendenzen zogen hieraus ihre Überzeu- 
gungskraft. Vgl. Huber S. 121. 
' Das Transzendieren des Materiellen durch die Gestaltung des 
Irdischen als Emanation der ins Bild gebrachten Sonne steht in 
der Tradition von Claude Lorrain und Turner; ohne diese 
nhaltliche Zuspitzung, aber in der Gestaltung des gleichen 
Zehaltes wohl noch konsequenter ist Vermeer. Im Hinblick auf 
Meyer-Amdens Vorliebe für die Niederländer des 15. Jahr- 
hunderts ist auch auf das mittelalterliche dux incorporata> hin 
zuweisen. 
? Ein Beispiel behandelt Michael Stettler, Otto Meyer-Amden, 
Novelle Winckelmann, in: Bericht der Gottfried Keller-Stiftung 
1973-1976, S. 142-148: val. auch Hohl passim. 
3 Hohl S. 10f. 
4 Zum Stuttgarter Aufenthalt Meyers s. Huber S. 55ff.; auch das 
Gärtnerbild zeigte er noch Hölzel. «Er wehrte mir noch etwas 
daran zu machen, obwohl es durchaus nicht fertig» (Mever ar 
Bollmann, September 1911, Huber S. 120). 
5 S. den grossen, bekenntnishaften Brief Meyers an Reiff vom 
10. Februar 1910 (Huber S. 102-104). Das Verhältnis zu seinem 
ersten Auftraggeber scheint für Meyer von Bedeutung all- 
gemeinerer Art gewesen zu sein - möglicherweise machte er 
Schlechte Erfahrungen, vgl. seine Bemerkungen in anderen 
Briefen, Huber S. 104f., 112, 120. Nach den Erinnerungen an 
Erzählungen ihrer Eltern vermutet Frau E. Hofmann-Huber, dass 
Reiff kein Verständnis für das Gemälde hatte und es an Huber 
abgab (mündliche Mitteilung 1984). 
5 Ernst Georg Rüegg. Ausst. Kat. Helmhaus Zürich 1984, S. 9. 
17 Akten der Kunstgesellschaft. Nur Herr Hürlimann steuerte 
gleichviel bei. 
Wir möchten es nicht unterlassen, hier auf dessen im Berichts 
jahr geschenktes Frühwerk hinzuweisen (s. oben S. 10), dessen 
Hauptseite ein paradiesisches Paar zeigt, während die 
ästhetisch fast ansprechendere Rückseite die gleiche Amdene: 
Landschaft wie Meyer-Amdens Studie im Kunsthaus festhält, 
s. das Sammlungsheft 4: Max Huggler/Dagmar Hnikova, Otto 
Mever-Amden im Kunsthaus Zürich, Zürich 1974.
	        
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