Volltext: Jahresbericht 1984 (1984)

(1984 dürfte aller Voraussicht nach ein Jahr der 
Sammlung werden) - diese Prognose, die im letzt- 
jährigen Jahresbericht zu lesen war, hat sich bestä- 
tigt: Der Zuwachs, der in der Sammlung, vor allem 
dank mehrerer grosszügiger Geschenke, zu verzeich- 
nen ist, übertrifft bei weitem das übliche, das heisst 
in den letzten Jahren stets erfreuliche Mass. Aber 
nicht nur den Sammlungsausbau betreffend, über 
den im folgenden Kapitel zu berichten ist, sondern 
auch bezüglich der Präsentation stand das Jahr 
weitgehend im Zeichen der Sammlung. Der Einbau 
seines dauerhaften Parkettbodens im Erweiterungs- 
bau von 1976 und die damit verbundene Räumung 
eines Grossteils unserer Sammlungsräume war 
Anlass, das gesamte Darstellungskonzept neu zu 
überdenken. Die Neueinrichtung ist offensichtlich 
beinahe ohne Gegenstimmen positiv aufgenommen 
worden. Es ist zu vermuten, dass zu dieser zustim- 
nenden Reaktion insbesondere der Entschluss 
geführt hat, auf die Darstellung einzelner Werkgrup- 
Den mindestens zeitweise zu verzichten, d.h. die 
Zahl der ausgestellten Werke zu verringern, um die 
räumliche Strahlkraft der weiten Hallen im Erwei- 
terungsbau möglichst ungehindert wirken zu lassen. 
Die zu Beginn November durchgeführte Presseorien- 
tierung war neben der Erläuterung der neuen 
Sammlungspräsentation willkommener Anlass, zu 
zwei Problemkreisen Stellung zu nehmen, die zurzeit 
Vorstand und Direktion eingehend beschäftigen. In 
seiner Eigenschaft als Präsident der Stiftung Zürcher 
Kunsthaus orientierte Herr Heiri Gross über die 
Jevorstehende Altbausanierung. Wie eingehend und 
detailliert dieses Projekt vorbereitet wird, geht nicht 
zuletzt aus der Tatsache hervor, dass die vom 
Stiftungsrat und dem Vorstand Zürcher Kunstgesell- 
schaft 1983 gemeinsam ins Leben gerufene Pro- 
jektierungskommission im Berichtsjahr insgesamt 
13 Sitzungen durchgeführt hat, um dem Stiftungsrat 
Möglichst zuverlässige Unterlagen für die 1985 
geplante Eingabe an die Stadt Zürich bereitzustel- 
en. 
Der Präsident der Kunstgesellschaft benützte die 
Gelegenheit der erwähnten Presseorientierung, die 
Probleme darzulegen, die sich im Vorfeld der Kündi- 
gung des Subventionsvertrages mit der Stadt Zürich 
sowie bel einer allfälligen Herabsetzung der Unter- 
stützung des Kunsthauses durch die Stadt ergeben. 
Seine eindrücklichen Ausführungen schloss Dr. Carlo 
von Castelberg mit folgenden Sätzen ab: 
(Ab 1976 erhielt das Kunsthaus von Privaten an 
Zuwendungen in Form von Geld und vor allem von 
Kunstwerken und durch die jährlichen Leistungen 
der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde total 
Fr. 20806 000.-, d.h. im Durchschnitt Fr. 2312000 .- 
oro Jahr. Dieser Jahresdurchschnitt täuscht inso- 
fern, als diese Schenkungen progressiv zugenom- 
men haben: 
Von 1976 bis 1978 machen die Geschenke (ohne die 
Beiträge der VZK) Fr. 2161000.— aus. Von 1979 bis 
1987 sind es bereits Fr. 5832 000.— und 1982 bis 
1984 Fr. 7408 000.-. 
Die Schenkfreudigkeit gegenüber dem Kunsthaus 
steigt offensichtlich parallel mit dem Erfolg unseres 
Hauses. Der bedeutende Zuwachs unserer Samm- 
lung war nur möglich wegen unserer Ausstellungs- 
aktivitäten. Sollten wir von der Subventionsseite her 
substantiell beschränkt werden, hiesse dies auch 
Stagnation unserer Sammlung. 
Zum Schluss die zwei für mich wohl eindrücklich- 
sten Zahlen: Von 1976 bıs 1984 hat die Zürcher 
Kunstgesellschaft total Fr. 40850000.- netto, d.h. 
unsere Rückzahlungen abgezogen, an Subventionen 
erhalten. In der selben Periode erhielt das Kunsthaus 
sage und schreibe Fr. 20806 000.- von Privaten ge- 
schenkt. 
Unnötig zu sagen, dass das Kunsthaus sich vor al- 
/em in diesem Punkt völlig von den anderen Zürche: 
Kulturinstituten unterscheidet. Man sollte von der 
voalıtischen Seite und von der öffentlichen Verwal-
	        
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