bewusst. Mit «La mise au tombeau des oiseaux et
vapillons) aus der «heroischen Zeit von Dada
Zürich, 1916/17, konnte nun in idealer Weise diese
Lücke geschlossen werden, die in Anbetracht unse-
res Sammlungskonzeptes, wonach Schwerpunkte zu
verstärken sind, nicht Lücke bleiben durfte. Der Preis
war hoch - nicht zuletzt auch infolge des für uns
ungünstigen Dollarwechselkurses, galt es doch,
diese Inkunabel aus der Neuen Welt an den Ort der
=ntstehung zurückzuholen. Nur: Die Zahl der Reliefs
von Arp, die in Zürich vor seiner Übersiedlung nach
<öln 1920 entstanden sind, ist gering; und abge-
sehen von zwei, drei Werken, deren Verbleib zur Zeit
unbekannt ist, befinden sich alle in festen Händen.
La mise au tombeau» für Zürich zu sichern - und
notfalls auch in den kommenden Jahren erst end-
gültig zu finanzieren -, hat die Sammlungskommis-
sion beschlossen, bevor sie Kenntnis haben konnte
von der grosszügigen Vergabung der Georges und
Jenny Bloch-Stiftung, der es zu danken ist, dass der
nur mündlich geäusserte Wille von Herrn Georges
Bloch in so schöner Weise in Erfüllung gehen
konnte.
Da mit diesem Erwerb die Mittel des Sammlungs-
fonds | gebunden waren, bestand die Gefahr, dass
die in den letzten Jahren im Entstehen begriffene
Gruppe grossformatiger Bilder jüngerer Künstler
licht weiter ausgebaut werden konnte. Dass die
Schweizerische Bankgesellschaft es uns ermöglicht
nat, aus der Ausstellung Jörg Immendorff das Bild
(‘Quadriga>, 1982, zu erwerben, bannte diese Gefahr
des Stagnierens und wird uns auch in Zukunft —- zu-
sammen mit den Ankäufen der Gruppe junge Kunst
der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde - ermuntern,
die eigene Sammeltätigkeit eng an die aktuelle
Xunstszene heranzuführen.
Es war die Zielsetzung der im Erdgeschoss durchge-
‘ührten Ausstellung Hugo Weber, diesen zu Unrecht
aus dem Bewusstsein der kunstinteressierten
Öffentlichkeit unseres Landes entschwundenen
Künstler erneut zur Diskussion zu stellen und ihm
den ihm gebührenden Rang als einen der führender
Maler der Jahrhundertmitte zu sichern. Ein solches
Ziel kann allerdings nur erreicht werden, wenn über
die Ausstellungsdauer hinaus der Name des betref-
fenden Künstlers wirksam bleibt, wenn sich Werke
seiner Hand in öffentlichen Sammlungen befinden
oder von Zeit zu Zeit im Kunsthandel auftauchen.
Von den schweizerischen Museen besassen vor der
Ausstellung einzig das Kunstmuseum Basel und das
Kunsthaus Zürich je ein Bild, resp. eine Bronzeplastik
von Hugo Weber; der Hauptteil des Nachlasses be-
fand sich an überaus abgelegener Ort und Stelle im
amerikanischen Bundesstaat Maine.
Es ist heute mit grosser Genugtuung festzustellen,
dass sich die Präsenz Hugo Webers in schweizeri-
schen Sammlungen wesentlich verstärkt hat. Der
Bund und die Stadt Zürich haben je ein Bild erwor-
ben, 19 Werke sind in schweizerischen Privatbesitz
übergegangen. In die Sammlung des Kunsthauses
sind zwei Bilder gekommen, wovon eines als
Geschenk von Frau Hulda Zumsteg. Frau Trudi
Bruckner und Herr Willy Rotzler haben uns insge-
samt 12 Zeichnungen und 2 druckgraphische Blätter
geschenkt. Diese Werkgruppe erlaubt es, den eigen
ständigen Beitrag Webers zur <action painting» der
50er Jahre zu erfassen sowie aber auch seine
Bestrebungen zur Geltung zu bringen, abstrakt-
gestische Pinselschrift und dem Gegenstand,
insbesondere mit dem Portrait und der menschli-
chen Figur, zu verbinden.
Die Liste der Ankäufe aus den beiden Sammlungs-
fonds ist in diesem Jahr der reichen Ernte kurz und
illustriert mit aller Deutlichkeit, wie sehr das
Kunsthaus für den Ausbau der Sammlung auf die
Mithilfe von Freunden und Mäzenen angewiesen ist
Es ist uns deshalb ein grosses Anliegen, auch an
dieser Stelle allen, die sich so tatkräftig für das
Kunsthaus - und das heisst: für dessen Besucher!
eingesetzt haben, nochmals unsere freudige Dank-
barkeit zum Ausdruck zu bringen.
-P