Volltext: Jahresbericht 1985 (1985)

Veranstaltungen 
MUSEUMSPÄDAGOGIK 
Jas Jahr 1985 stellte den beiden Museumspädagogen 
des Kunsthauses viele altgewohnte und einige neue 
oder neuformulierte Aufgaben zur Kunstvermittlung: 
Der bewährte Schuldienst gab Kindern, Jugendlichen 
und Lehrern aus Stadt und Kanton auch dieses Jahr 
Gelegenheit, sich in kreativen Erfahrungsprozessen 
den Kunstwerken zu nähern. Zwei Kindergarten- und 
108 Primarschulklassen taten dies in einer Verbindung 
von Kunstbetrachtung, Gruppenspiel, Malen und Ge- 
stalten. Für 90 Klassen der Oberstufe und vier Mittel- 
und Berufsschulklassen wurden ebenfalls mit entspre- 
chenden Methoden die Voraussetzungen zu einer al- 
ternativen Auseinandersetzung mit Kunst geschaffen. 
Eine Antwort auf die Frage «Wie macht man es?), 
Kunstvermittlung nämlich, erhielten Lehrer und Semi- 
naristenklassen in orientierenden Führungen. Vier da- 
von, organisiert durch das Pestalozzianum, fanden in 
der Ausstellung Bonnard statt. Vier ausserkantonale 
Lehrerseminare erschienen zur praktischen Orientie- 
rung über museumspädagogische Aktivitäten im 
Kunsthaus, ebenso die Elementarlehrerkonferenz Zü- 
richs. Theoretische Aufklärung zur Museumspädago- 
gik wurde den Primarlehrerseminaren Zürichs vermit 
telt. Ausserdem wurde als Versuch mit einer ersten 
Klasse eines Stadtschulhauses eine Kindergruppe an 
sieben Nachmittagen durchs Kunsthaus geführt. 
Der ebenfalls bewährte Kinder-Workshop geschah wie 
immer im Winterhalbjahr an 11 Mittwochnachmitta- 
gen, dazu kamen vier von Elternvereinen speziell be- 
stellte Kindernachmittage. Neu war in diesem Winter 
der «Familien-Workshop», welcher im Januar 1985 an 
den Samstagen für Kinder aller Altersgruppen in Be- 
gleitung eines Familienmitglieds durchgeführt wurde 
Da kamen eine Grossmutter mit ihrer Enkelin, eine 
SZotte mit drei Patenkindern, zwei Elternpaare, ein Va: 
ter und mehrere Mütter mit ihren Kindern zusammen 
ım Kunst zu erfahren. Allerdings stellte sich dabei 
heraus, dass Kinder im Vorschulalter nur bedingt in 
solche Veranstaltungen gehören und, sogar wenn sie 
von Angehörigen begleitet werden, In einer solchen 
Situation doch recht überfordert sein können. 
Neu versuchte sich die Abteilung auch an verschiede 
nen Erwachsenen-Workshops. Neben fünf Erwachse 
nen-Workshops rein kunstpädagogischer Richtung 
gab es in den Ausstellungen Bonnard und Mario Merz 
je zehn Abende einer geschlossenen Gruppe, in wel- 
cher nach gruppenanalytischen, kunsttherapeutischen 
und kunstpädagogischen Methoden gearbeitet wurde. 
Hier resultierte nach Überzeugung der Teilnehmer eine 
viel direktere und persönlichere Annäherung an 
<unstwerke als bisher gewohnt. 
MV/HRW 
AKTIVITÄTEN IM ZUSAMMENHANG MIT 
AUSSTELLUNGEN 
Führungen 
Im Berichtsjahr wurden 87 öffentliche Führungen mit 
4140 Teilnehmern durchgeführt, fast doppelt soviel 
wie im Vorjahr. Dieser Anstieg ist darauf zurückzufüh- 
ren, dass verstärkt öffentliche Führungen auch im Gra 
ohischen Kabinett angeboten wurden und bei sehr gut 
besuchten Ausstellungen jeweils doppelte Führungen 
durchgeführt wurden. Ein ebenso erfreuliches Resultat 
können wir bei privaten Führungen für Gruppen und 
Zesellschaften verbuchen, nämlich 244 Führungen mit 
31“)
	        
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