Johann Heinrich Füssli Zeichnungen
Erstmals seit der grossen Füssli-Ausstellung von 1969
wurde aus dem sehr umfangreichen Bestand seiner
Zeichnungen in der Graphischen Sammlung eine reprä
sentative Auswahl getroffen, die die meisten erst-
rangigen Blätter einschloss und zugleich einen umfas-
senden Einblick in die verschiedenen Aspekte seiner
Kunst zu geben suchte. Zwei einleitende Gruppen ver-
deutlichten einerseits die frühe stilistische Entwicklung
und Füsslis äusseren Werdegang, andrerseits seine
hauptsächlichsten Gestaltungsmittel; der Hauptteil der
Ausstellung war thematisch geordnet. Der dazu ver-
öffentlichte Katalog soll zugleich als Sammlungsheft
eine Publikation zu diesem Schwerpunkt unserer
Sammlung greifbar machen.
Johann Robert Schürch
Rund siebzig Tuschzeichnungen und Aquarelle behaup-
teten sich in der Nachbarschaft von Oskar Kokoschka
als eigenwilliger Ausdruck eines noch immer verkann-
ten Schweizer Künstlers, dessen Wurzeln im Expressio-
nismus liegen, der aber gerade in den tagebucharti-
gen, spontan formulierten Skizzen der späten zwanziger
und frühen dreissiger Jahre eine visionäre Kraft ge-
wann. Neben drei Gemälden und 23 bereits 1942 vom
Sammler Kurt Sponagel geschenkten, vornehmlich
veristischen) Blättern aus eigenen Beständen durften
wir aus dem Nachlass 10 Aquarelle und 20 Tuschzeich-
nungen als Geschenk entgegennehmen. Mit einer
knappen Auswahl von Leihgaben liess sich somit das
Werk Schürchs in einer konzentrierten, intensiven Aus-
wahl erleben, in der dem gängigen Schürch-Bild neue
Dimensionen erschlossen wurden. Mit dem Samm-
ungsheft 13, der bislang umfangreichsten Schürch-
Publikation, wurde erneut auf die Bedeutung dieses
Künstlers für die Schweizer Kunst nach Hodlier hin-
Jewiesen, was durch viele Kunstfreunde und ausführ-
IChe Presse-Rezensionen eine erfreuliche Bestätigung
fand.
Felix Droese — Farbige Blätter (die von mir abgefallen)
Der Düsseldorfer Künstler Felix Droese, der einer
breiteren Öffentlichkeit durch seine monumentalen
Papierschnitte bekannt geworden ist, zeigte Im Graphi-
schen Kabinett «farbige Blätter» aus den Jahren 1980
bis 1985, die direkt aus dem Atelier des Künstlers
stammten. Der Ausdruck dieser Werke wird wesentlich
von der besonderen, neuartigen Farbigkeit bestimmt,
die In ihrer erdigen Gebrochenheit etwas von Vergäng-
lichkeit und Schutzlosigkeit hat, auf das die Besucher
emotionell reagierten. Die Arbeiten behandeln die für
Droese zentralen Themen, wie das Schiff als Metapher
der Lebensfahrt, das Bullauge mit dem Blick über einer
Tiefe und Unendlichkeit suggerierenden Horizont, die
Überfahrt, in der Fragen nach der Herkunft und der
Zukunft des Menschen anklingen, und religiös-existen-
tielle Themen wie der verlorene Sohn, die Beweinung
und der Kreislauf des Lebens zum Tode und der Erneue
rung des Lebens aus dem Tod. Als wertvolle Ergän-
zung zu diesen Blättern konnten wir zwei Glasobjekte
zeigen, zum einen das für Droeses Thematik höchst
bedeutsame <«Glasschiff von 1983 aus dem Kunst-
museum Bonn, zum andern die Gefährdung evozieren-
den «Blumen für den Kanzler von 1984 aus einer Pri-
vatsammlung.
Am 11. Dezember 1986 fand in der Ausstellung ein
Gespräch mit dem Künstler statt, das bei den
Besuchern auf reges Interesse stiess.
Ausstellungen im Erdgeschoss (Räume 1-Ill)
Jean Fautrier
Die drei Räume im Erdgeschoss haben wieder einmal
gezeigt, wie sehr sie sich für eine beschränkte kleinere
Ausstellung eines Künstlers eignen. Von Jean Fautrier
{1898 Paris bis 1964 Chätenay-Malabry) war das Früh-
werk —- die schwarzen Bilder, die Akte und die Skulp-
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