turen - mit 56 Gemälden, 8 Skulpturen und 38 Zeich-
nungen und Lithographien in einer Ausstellung ver-
einigt, die In Zusammenarbeit mit dem Stedelijk Mu-
seum Amsterdam konzipiert wurde. Der Eindruck war
der der Entdeckung eines Malers und Bildhauers, der
die traditionellen Bildgegenstände des Aktes, Stillebens
und der Landschaft nicht über Bord wirft, aber sie
durch seine Malkultur unterwandert und dadurch eine
Bildräumlichkeit hinter einer verletzlichen Malhaut
kreiert, die nicht ihresgleichen hat in der zeitgenössi-
schen Kunst. Seine Malerei ist gleichzeitig Überdeh-
nung und Reduzierung der Farbskala. Und dadurch
Neusicht der Dinge. Das Raffinement der Malerei
erzwingt so eine rein malerische Zwischenwelt, die sich
den Bildgegenständen zuerst, dann den bildgeworde:
nen Körpern stellt. Fautrier, und das gilt auch für sein
Spätwerk mit dem «empätement in seinen «Geiselbil-
dern), Ist so Immer ganz intensiv —- aber eigentlich nie
aktualitätsbezogen. Was seine Aussenseiterstellung
erklären mag. Zwar hat er 1960 den Grossen Preis für
Malerei an der Biennale in Venedig erhalten, aber
sein Werk blieb relativ unbekannt bis gerade die oft
oberflächliche Appellhaftigkeit der «Jungen Wilder
das Bedürfnis nach Künstlern, die die Vielschichtigkeit
im «einfachen» pflegen, wieder wach wurde. Fautrier
und seine Verletzungen des Körpers sind noch zu ent-
decken. Wir hoffen, dass mit diesem Präludium im
Erdgeschoss der Hunger nach der umfassenden Retro-
spektive im grossen Saal gewachsen ist.
«Astronautenserie» vom Beginn der sechziger Jahre
zum erstenmal ausführlich gezeigt wurde, andererseits
die Rapportmuster-Zeichnungen, deren konstruktive
Raster die Kreativität des Künstlers immer wieder in
Gang zu setzen vermochten. Einen überraschenden
Blick auf Thomkins’ Schaffen eröffnete die Gruppe deı
kleinen Skulpturen aus Ton, Holz, Karton und Gummi,
die erstmals in grösserem Zusammenhang zu sehen
waren. Den Abschluss der Ausstellung bildete die
Reihe der späten Ölbilder, die Thomkins im Jahr vor
seinem Tode gemalt hatte.
Andre Thomkins
Nach dem plötzlichen Tod von Andre Thomkins wurde
dem Künstler, der dem Kunsthaus Zürich seit vielen
Jahren, nicht zuletzt als Mitglied der Ausstellungskom-
mission, eng verbunden war, eine Gedächtnisausstel-
lung eingerichtet. Die Ausstellung gab in chronolo-
gischer Folge einen Überblick über die Entwicklung der
vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten von Andre Thom-
kins, dem immer wieder Materialien und Techniken als
Anregungsböden gedient haben. Schwerpunkte bil-
deten dabei einerseits die <«Lackskins>, unter denen die