Volltext: Jahresbericht 1990 (1990)

nach Laudationes des Präsidenten und des Direktors Herrn 
Gustav Zumsteg mit Applaus zum Ehrenmitglied. 
Nachdem der Geehrte bereits 1947 Mitglied und 1963 
Vorstandsmitglied der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde 
geworden war, wurde er 1972 als deren Vertreter in den 
Vorstand der Kunstgesellschaft delegiert. Als Mitglied der 
Sammlungskommission wirkte er von 1960 bis 1972 sowie 
von 1975 bis 1990, davon 1975 bis 1983 als deren Präsident. 
Herr Zumsteg war zudem Gründungsmitglied der Alberto 
Glacometti-Stiftung. In seiner engagierten Tätigkeit in 
allen diesen Gremien hat Herr Zumsteg vielfältige Anre- 
gungen und wiederholte wertvolle Hilfeleistungen 
erbracht. Als Schenkgeber und wahrhaft grosszügiger 
Mäzen wird der Geehrte in die Geschichte des Kunsthauses 
eingehen. 
Den Abschluss der Generalversammlung bildete ein 
lebhafter Meinungsaustausch über die Bewegungen in der 
Sammlung, über die im entsprechenden Kapitel dieses 
Jahresberichtes orientiert wird. 
Vorstand 
Zum Zeitpunkt der Generalversammlung stand die städti- 
sche Vertretung für die neue Legislaturperiode noch nicht 
fest. Einzig Dr. Thomas Wagner hatte unmittelbar nach 
den Wahlen seinen Rücktritt erklärt, was dem Präsidenten 
erlaubte, diesem an der Generalversammlung für die ausge- 
zeichnete Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem 
Kunsthaus während dessen Zeit als Stadtpräsident verbind- 
lich zu danken. Die neue Zusammensetzung der Delega- 
tion der Stadt Zürich wurde der Geschäftsstelle der Kunst- 
gesellschaft am 6.9.90 mitgeteilt. Allgemein wurde 
bedauert, dass kein aktiver Gemeinderat nominiert wurde 
und dass auch Stadtpräsident Josef Estermann auf den 
Einsitz in den Vorstand verzichtete, obwohl in diesem 
Gremium seit 1935 sämtliche Stadtpräsidenten in ununter- 
örochener Folge stets mitgearbeitet hatten. Den beiden 
ausscheidenden Künstlermitgliedern, Herrn Heinz Hess 
und Herrn Thomas Müllenbach, sei auch an dieser Stelle 
fürihre stets engagierten Stellungnahmen und Anregungen 
herzlich gedankt. 
Der Vorstand trat zu vier Sitzungen zusammen. 
Kommissionen 
Da den neuen Statuten entsprechend die Vertretung der 
Stadt Zürich in der Sammlungskommission entfällt, ist 
Frau Dr. Sylvia Staub aus diesem Gremium ausgeschieden, 
was sehr bedauert wurde, hat sich doch Frau Staub stets 
kenntnisreich und aufgeschlossen an allen Diskussionen 
aktiv beteiligt. Wie denn überhaupt zu sagen ist, dass 
gerade in der Sammlungskommission, wohl nicht zuletzt 
infolge einer Reihe von gewichtigen Entscheiden in den 
letzten Jahren, eine ausgesprochen kompetente, diskus- 
sionsfreudige, aber auch homogene Equipe am Werk war; 
in diesem Sinne ist das gleichzeitige statutenbedingte 
Ausscheiden von Herrn Pierre Haubensak, Frau Marguerite 
Hersberger, Herrn Dr. Hans Peter Weber und Herrn Gustav 
Zumsteg sehr zu bedauern. 
Dass die Sammlungskommission ihre Entscheide, die in 
der Öffentlichkeit teilweise zu kontroversen Reaktionen 
geführt haben, sehr sorgfältig vorbereitet hat, spiegelt sich 
darin, dass sie wie bereits im Vorjahr fünf Sitzungen durch- 
geführt hat. 
Die Mutationen in der Ausstellungskommission fielen 
etwas weniger zahlreich aus. Da innerhalb der Präsidialab- 
teilung die Betreuung der bildenden Kunst von Herrn 
Nicolas Baerlocher auf Frau Marie-Louise Lienhard über- 
gegangen war, wurde auch in der Ausstellungskommission, 
in der die Koordination mit städtischen Projekten eine 
besonders grosse Rolle spielt, der entsprechende personelle 
Wechsel vollzogen. Als unermüdlicher Debatteur, dem die 
Kommission manche Anregung verdankte, ist der Maler 
Peter Emch, nach Mitarbeit während zwei Amtszeiten, 
zurückgetreten. Die Ausstellungskommission hat drei 
Sitzungen durchgeführt. 
Die Bibliothekskommission ist im Mai ein letztes Mal 
zusammengekommen. Es war eine der Funktionen dieser 
Kommission, die Koordination zwischen den Biblio- 
theken in Zürich, die sich mit bildender Kunst befassen, zu 
gewährleisten; die Aufgabe soll in Zukunft von den Leitern 
dieser Institutionen direkt wahrgenommen werden. 
Dagegen sehen die neuen Statuten vor, dass die Samm- 
lungskommission auch in bezug auf den Ausbau der 
Büchersammlung zusätzliche Funktionen übernehmen 
kann.
	        
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