' Augusto Giacometti: Von Stampa bis Florenz. Blätter der Erinnerung. Zürich
1943, S.67£, 72 ff.
ı Ebendort S. 55.
' Von Augusto Giacometti vor 1928 Dr. med. C. Schneiter verkauft; von
dessen Sohn durch die Vermittlung der Galerie Römer als Geschenk der
Genossenschaft zum Baugarten und eines nicht genannt sein wollen-
den Gönners erworben.
Poeschel 1928, S. 69: 1911 (auf einem handschriftlichen Verzeichnis des
Künstlers beruhend) — Hartmann 1981, S.102: seiner Ansicht nach
bereits um 1905/06 entstanden.
Im Notizheft Nr. 9 des Augusto Giacometti-Nachlasses im Schweizeri-
schen Institut für Kunstwissenschaft wird der Phaethon zusammen mit
Die Dächer von Stampa, Herbst (gestrichen), Farbstudie und Johannisbeeren
genannt; wenige Seiten zuvor findet sich auf der Liste für die Ausstel-
lung im Künstlerhaus Zürich im November 1908 Die Dächer von Stampa
und der Herbst aufgeführt: dies würde für eine etwas frühere Datierung
als 1911 sprechen. Erstmals ausgestellt anscheinend in der Basler Kunst-
halle September 1913.
Die Chronologie der frühen Werke Giacomettis bedarf eingehenderer
Untersuchung, da die genannte Liste anscheinend erst für das Buch
Poeschels gegen 1928 erstellt wurde. Stilistisch einleuchtend ist Hart-
manns frühere Ansetzung der Supreporte (Nr. 541, Abb. S. 85) um 1905,
das sog. Waldinnere (Nr. 600, Abb. 92) ist eine Vorstudie zum Tixum (1905,
Nr. 537, Stutzer Abb. 146), aus dem sowohl Adam und Eva (dat. 1907) als
auch Contemplazione (Stutzer Abb. 147£) abzuleiten sind. Ersterem stili-
stisch eng verwandt ist das gelb/schwarze Selbstbildnis (Nr. 678, Hart
mann Abb. 5.33), das mit 1909 folglich zu spät datiert sein dürfte, wäh-
rend ich entgegen Hartmann Poeschels Datierung der Contemplazione auf
1910 angesichts der Faktur und der Nähe zu Dado di Paradiso möglich
finde. Die beiden Sternbilder, bes. Das Kreisen der Planeten (Stutzer
Abb. 149f) gehen entschieden über Adam und Era hinaus und sind wohl
m 1908/09 anzusetzen. Wie im Text bemerkt, geht der Phaethon noch
einen Schritt weiter.
Ebenfalls problematisch ist die Datierung des abstrakten Maimorgens in
Basel auf 1910, erstmals 1913 ausgestellt: von der Struktur und der
Malweise müsste Eine Besteigung des Piz Duan (Kunsthaus), normalerweise
1912 datiert, das ältere Bild sein, während sich das reifere Basler
Gemälde bereits der Fantasıa coloristica (St. Gallen) nähert, vgl. Hartmann
S.114 und George Mauner in Cunmo Amtet. Giovanni Giacometti, Auguste
Giacometti, Three Swiss Painters. Ausst. Kat. Philadephia 1973, S.125.
Ich danke Beat Stutzer für seine Hilfe bei diesen vorläufigen Abklä-
rungen.
Stutzer Abb. 152, Privatbesitz. Im Nachlass (s. Anm. 4, Kiste 1) finden
sich auch je eine Ölskizze zu Adam und Eva (16,5 x 17,5) und zum Kreisen
der Planeten (24x19 cm), beide sehr summarisch.
5 Hartmann Abb. S. 102, Durchmesser 76 cm, Privatbesitz. Eine weitere
Studie unter Nr. 745 erwähnt.
Augusto Giacometti: Die Farbe und ich. Zürich 1934, bis auf die gelegen-
heitsspezifische Einleitung erneut abgedruckt in Augusto Giacometti,
Ausst. Kat. Nimwegen/Neuss/Luzern 1987, S.21-28.
3 Dolf Sternberger: Über Jugendstil. Frankfurt 1977, 5.99.
? Metamorpbhosen Buch I. 750 —II. 400