Volltext: Jahresbericht 1992 (1992)

37jährige, in Düsseldorf lebende Schweizer Konzept- 
Künstler diesem Thema widmete; sie wird im Februar 1993 
im Kunsthaus ausgestellt werden. 
Im Zusammenhang mit der Aufstellung der «Olive- 
stone» von Beuys und der Rückkehr der Werke Alberto Gia- 
comettis von den grossen Ausstellungen in Paris und Tam- 
pere wurde die 1991 eingeleitete schonende Adaptierung 
des Erweiterungsbau von 1976 an die Erfordernisse 
moderner Kunstwerke weitergeführt. Der Giacometti-Stif- 
tung wurde das ganze zweite Obergeschoss und damit etwa 
sin Viertel mehr Fläche als zuvor eingeräumt; mit einem 
sehr geglückten Einbau, der sowohl durch sein klares Kon- 
zept als auch in der sorgfältigen architektonischen Durch- 
führung besticht, schuf Tobias Ammann mehrere exakt 
definierte Raumteile, in denen die Skulpturen vorzüglich 
zur Geltung gebracht werden können. Ein Kompartiment 
mit reduziertem Licht ermöglicht es erstmals, Zeich- 
nungen unter konservatorisch akzeptablen Bedingungen 
in die Präsentation zu integrieren. Noch während der 
Abwesenheit vieler Werke von Giacometti konnten in 
diesem Bereich nach einer Auswahl graphischer Blätter 
Picassos Photographien aus der Marc Rich Collection 
gezeigt werden. Die in den letzten Jahren um drei grosse 
Bilder bereicherte Gruppe amerikanischer Gemälde ent- 
faltet sich nun in dem überhohen Mittelteil des ersten 
Obergeschosses erstmals in angemessener Grosszügigkeit; 
in der anschliessenden, intimeren Situation unter der 
Empore sind die Werke geometrisch-konstruktiver Rich- 
tung zu sehen. 
Am 23. November konnte der Presse und einem erstaun- 
lich zahlreichen Publikum die neue Sammlungspublika- 
tion vorgestellt werden, welche die veralteten Bildhefte 
ablöst. Unterstützt von der Banque Paribas und redigiert 
vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft 
erschien der durchgehend farbig illustrierte Führer in 
Deutsch, Französisch und Englisch in der Reihe «Museen 
der Schweiz». Gleichfalls sehr erfolgreich verlief das Ban- 
kett, mit dem die Vereinigung Zürcher Kunstfreunde am 
19. Oktober im ersten Obergeschoss des Altbaus ihr 75jäh- 
riges Bestehen feierte; den Gästen wurde die neue Darstel- 
lung ihrer Geschichte aus der Feder von Frau Margrit 
Hahnloser-Ingold überreicht. 
Mit 260 Einheiten sind die Leihgaben aus der Samm- 
lung an Ausstellungen gegenüber den letzten Jahren um 
nahezu die Hälfte gesunken; es scheint, dass sich auch in 
diesem Bereich die Rezession geltend macht. Wiederum 
waren Giacometti und Hodler am meisten gefragt; im 
Rahmen der Aufarbeitung seiner Zeichnungen lieferte die 
Graphische Sammlung eine kleine Ausstellung nach 
Lugano, während für «Hodler und Wien» im Oberen Belve- 
dere auch ein Dutzend bedeutender Gemälde zur Verfü- 
gung gestellt wurden. Zahlreich waren die Leihgaben für 
die «Visionäre Schweiz» von Harald Szeemann in Madrid 
und Düsseldorf, «Transform» in Basel und die monographi- 
schen Präsentationen von Salomon Corrodi, Fischli und 
Vallotton in Fehraltorf, Aarau und Lausanne. Auch die 
längerfristigen Leihgaben an die Sammlung sind rück- 
läufig; zwar stellt uns nun die Richard-Paul-Lohse-Stiftung 
zwei wichtige frühe Gemälde zur Verfügung, doch der 
Abfluss von Meisterwerken des Impressionismus und 
Postimpressionismus dauert an und hinterlässt schmerz- 
liche Lücken.
	        
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