&
standen ist, repatriiert werden konnte. Dieses Beispiel
zeigt einmal mehr, wie positiv es sich auswirken kann,
dass unsere Statuten den Verkauf von Bildern nicht
generell verunmöglichen. Gerade in einer Zeit der
stagnierenden und sehr beschränkten Eigenmittel bei
nach wie vor hohen Preisen für erstklassige Kunst-
werke sind unkonventionelle Vorgehensweisen für die
Gewinnung von Meisterwerken, die sonst weit ausser-
halb der Reichweite unseres Museums liegen würden,
eine absolute Notwendigkeit. Denn nicht die Quan-
tität, sondern die konzentrierte Qualität eines Ensem-
bles von Kunstwerken entscheidet über die Strahlkraft
einer öffentlichen Sammlung.
Kurz vor Jahresende hat uns Frau Marina Staehelin-
Peyer im Andenken an ihren verstorbenen Gatten,
Dr. Willi Staehelin, das intime Interieurbild «Annette
et Jacques Roussel ä table, rue de la Tour» von Edouard
Vuillard geschenkt; diese noble Geste wird im Kunst-
haus dauernd an das verdienstvolle Wirken des
Verstorbenen als Präsident der Vereinigung Zürcher
Kunstfreunde erinnern.
Den Höhepunkt des Ausstellungsprogrammes bildete
die China-Ausstellung, die wesentliche neue Erkennt-
nisse über die alte chinesische Kunstgeschichte vermit-
telte. Da gleichzeitig chinesische Malerei im Museum
Rietberg zu sehen war, konnte mit gutem Recht von
einem «chinesischen Sommer» in Zürich gesprochen
werden, der zudem tatkräftig von Zürich Tourismus,
der Vereinigung Bahnhofstrasse, den Städtischen Ver-
kehrsbetrieben (Shuttlebus zwischen den beiden
Museen) und Swissair (Gratisflüge für internationale
Pressevertreter ) unterstützt wurde. Im übrigen stand
das Jahresprogramm weitgehend im Zeichen der tech-
noiden Medien: Film, Video, Photographie; es wurde
somit bewusst der Versuch unternommen, das tradi-
tionelle Kunstverständnis mit den Möglichkeiten
moderner Technik zu konfrontieren.
Allen Freunden und Gönnern, die sich im Berichtsjahr
für das Kunsthaus eingesetzt haben, sei auch an dieser
Stelle verbindlich gedankt. In meinen Dank schliesse ich
Sponsoren und Behördenvertreter, die spendefreudigen
Mitglieder der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, meine
Kollegen im Vorstand und die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Kunsthauses herzlich ein.
Dr. Thomas W. Bechtler