Volltext: Jahresbericht 1996 (1996)

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standen ist, repatriiert werden konnte. Dieses Beispiel 
zeigt einmal mehr, wie positiv es sich auswirken kann, 
dass unsere Statuten den Verkauf von Bildern nicht 
generell verunmöglichen. Gerade in einer Zeit der 
stagnierenden und sehr beschränkten Eigenmittel bei 
nach wie vor hohen Preisen für erstklassige Kunst- 
werke sind unkonventionelle Vorgehensweisen für die 
Gewinnung von Meisterwerken, die sonst weit ausser- 
halb der Reichweite unseres Museums liegen würden, 
eine absolute Notwendigkeit. Denn nicht die Quan- 
tität, sondern die konzentrierte Qualität eines Ensem- 
bles von Kunstwerken entscheidet über die Strahlkraft 
einer öffentlichen Sammlung. 
Kurz vor Jahresende hat uns Frau Marina Staehelin- 
Peyer im Andenken an ihren verstorbenen Gatten, 
Dr. Willi Staehelin, das intime Interieurbild «Annette 
et Jacques Roussel ä table, rue de la Tour» von Edouard 
Vuillard geschenkt; diese noble Geste wird im Kunst- 
haus dauernd an das verdienstvolle Wirken des 
Verstorbenen als Präsident der Vereinigung Zürcher 
Kunstfreunde erinnern. 
Den Höhepunkt des Ausstellungsprogrammes bildete 
die China-Ausstellung, die wesentliche neue Erkennt- 
nisse über die alte chinesische Kunstgeschichte vermit- 
telte. Da gleichzeitig chinesische Malerei im Museum 
Rietberg zu sehen war, konnte mit gutem Recht von 
einem «chinesischen Sommer» in Zürich gesprochen 
werden, der zudem tatkräftig von Zürich Tourismus, 
der Vereinigung Bahnhofstrasse, den Städtischen Ver- 
kehrsbetrieben (Shuttlebus zwischen den beiden 
Museen) und Swissair (Gratisflüge für internationale 
Pressevertreter ) unterstützt wurde. Im übrigen stand 
das Jahresprogramm weitgehend im Zeichen der tech- 
noiden Medien: Film, Video, Photographie; es wurde 
somit bewusst der Versuch unternommen, das tradi- 
tionelle Kunstverständnis mit den Möglichkeiten 
moderner Technik zu konfrontieren. 
Allen Freunden und Gönnern, die sich im Berichtsjahr 
für das Kunsthaus eingesetzt haben, sei auch an dieser 
Stelle verbindlich gedankt. In meinen Dank schliesse ich 
Sponsoren und Behördenvertreter, die spendefreudigen 
Mitglieder der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, meine 
Kollegen im Vorstand und die Mitarbeiterinnen und 
Mitarbeiter des Kunsthauses herzlich ein. 
Dr. Thomas W. Bechtler
	        
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