Full text: Jahresbericht 1997 (1997)

VORWORT DES PRÄSIDENTEN 
Liebe Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft 
sehr geehrte Damen und Herren 
1997 hat uns einmal mehr das Spannungsfeld zwi- 
schen der Entwicklung der Besucherzahlen einerseits 
und der qualitativen Beurteilung der Leistungen unseres 
Museums-Angebotes andrerseits beschäftigt. Die künst- 
lerische und konzeptionelle Qualität der einzelnen 
Ausstellungen sind meines Erachtens sehr positiv zu 
vdeurteilen. Auch ist es interessant festzustellen, dass die 
Ausstellungen, die auch im Ausland gezeigt wurden, im 
Kunsthaus mindestens gleich gut (Wunderkammer 
Österreich) oder deutlich besser (Capriccio und Birth 
of the Cool) abgeschlossen hatten. Einzig das Künstler- 
Trio «Böcklin - de Chirico - Max Ernst» scheint ın 
Deutschland auf grösseres Interesse zu stossen als bei 
ans. Trotzdem hatte das Kunsthaus, wie viele verwandte 
Institute im In- und Ausland, im vergangenen Jahr 
erneut mit stagnierenden beziehungsweise rückläufigen 
Besucher- und Mitgliederzahlen zu kämpfen. In dieser 
Situation sind allerdings die im Hinblick auf die Erneue- 
rung der Mitgliedschaft auf Jahresende eingeleiteten 
Aktionen - u.a. auch das «Kultur-Duo» mit der Zeit- 
schrift «DU» (verbilligtes Kombinations-Angebot Mit- 
gliedschaft Kunstgesellschaft und Jahres-Abonnement 
«DU») als ausserordentlich positiv zu beurteilen, führten 
diese doch zu einer Zunahme an neuen Mitgliedern bis 
Weihnachten von 1300. 
Wenn am Anfang von einem schwierigen Umfeld 
gesprochen worden ist, so darf aber auch mit Genug- 
tuung festgestellt werden, dass das Kunsthaus erneut 
auf die aktive Mithilfe von Sponsoren zählen konnte. 
Dankbar erwähnen möchte ich an dieser Stelle unseren 
Hauptsponsor, die Credit Suisse Private Banking, aber 
auch die Schweizerische Rückversicherungsgesellschaft 
sowie die «Zürich». Spricht man bei Firmen, die die Aus- 
stellungstätigkeit mit Geldbeträgen und PR-Leistungen 
unterstützen, von Sponsoren, so rechnet man die Lei- 
stungen Dritter zugunsten der Sammlung eher dem 
Mäzenatentum zu. Die drei gewichtigsten Kunstwerke, 
die im Berichtsjahr dauernden Eingang in die Bestände 
des Kunsthauses gefunden haben, verdanken wir der 
Grosszügigkeit privater Initiative. Ohne diesen Zuwachs, 
über den im Kapitel «Sammlung» detailliert berichtet 
wird, würde der Sammlungsausbau bescheiden ausfallen, 
da die Mittel des regulären Sammlungsfonds für einen 
grösseren Ankauf, der 1998 erfolgen soll, weitgehend 
zusammengehalten worden sind. 
Wenn somit die Bilanz für die Sammlung als 
durchaus erfreulich zu bezeichnen ist, so ist auch die 
Situation bezüglich der Kunsthausliegenschaft sowie 
der Villa Tobler positiv zu beurteilen, auch wenn gegen 
aussen wenig Bewegung festgestellt werden konnte. 
Nachdem der Baurechtsvertrag mit der Stadt Zürich, 
der das Eigentum an der Villa Tobler für 100 Jahre der 
Zürcher Kunstgesellschaft überträgt, am 29. Januar ins 
Grundbuch eingetragen worden war, konnte bereits 
am 2. April das Baugesuch für die vertraglich verein- 
barte Sanierung eingereicht werden. Am 20. Juni 1997 
wurde von der Bausektion des Stadtrates von Zürich die 
Baubewilligung erteilt, die nach Ablauf der 20tägigen 
Einsprachefrist, die nicht benützt wurde, Mitte Juli 
rechtsgültig wurde, so dass die planerischen Vorarbeiten 
voranschreiten konnten. Ausser dem Theater Heddy 
Maria Wettstein war von seiten der Stadt Zürich allen 
Mietern in der Villa Tobler noch vor Abschluss des Bau-
	        
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