ın die Schirn-Kunsthalle Frankfurt als Teil des offiziellen
Beitrags der Buchmesse, die 1998 dem «Gastland
Schweiz» gewidmet war. BC
Max Beckmann und Paris.
Matisse, Picasso, Braque, Leger, Rouault
«Es ist das erste Verdienst eines Bildes, ein Fest für die
Augen zu sein», notierte Eugene Delacroix 1863 in sein
Journal. Ganz in diesem Sinn versuchte unsere Ausstel-
lung, für einmal dem Maler und nicht dem dilettie-
renden Metaphysiker Beckmann gerecht zu werden.
Hermeneutisches Schulwissen wurde bewusster epoche
preisgegeben, der werkimmanente Hang zum Transzen-
denten abgeblendet. Dies rechtfertigt sich bereits inso-
fern, als das Programm der Werkphase (1925-1939), die
ım Zentrum unserer Aufmerksamkeit stand, profan ist,
was Beckmann selbst mit der ihm typischen Emphase
kundgetan hat.
Der stilgeschichtliche Bezugsraum, in welchen der
deutsche Maler mit seinem Anspruch auf Weltruhm
Mitte der zwanziger Jahre hineindrängte, wurde von der
Ausstellung nach Kräften sinnfällig gemacht: die kunst-
weltweit hegemoniale Pariser Schule mit den umjubelten
Meistern Pablo Picasso und Henri Matisse sowie wei-
:eren ausgewählten Agonisten. Hier eröffnete sich ein
Assoziationsfeld, in welchem schwebend Beckmanns
Werke seiner Pariser Jahre ihre spezifische Stellung im
Gesamtoeuvre akzentuiert herausstellen konnten. Wenn
Juxtapositionen auch einen grossen Reiz haben, so war
das geneigte Publikum doch gefordert, nicht zu ver-
gessen: Das Spalier ist nicht die Ranke. - Eine gewisse
wesensmässige, leicht affektierte Ungezogenheit be-
stimmte, wie sich zeigte, bei Beckmann nicht nur den
gesellschaftlichen, sondern auch den künstlerischen Ver-
kehr.
Eine Ausstellung, welche einen komplexen histori-
schen Sachverhalt umkreist, stellt Ansprüche an die
Besucher. Abzusehende Stutzigkeiten der lokalen Jour-
nalisten wurden mehr als kompensiert vom Zuspruch
der internationalen Fachwelt und der Offenheit unseres
Publikums, welches, seinerseits weitgehend unbelastet
von zdees recues, in der Ausstellung willkommenen Dis-
kussionsstoff fand. Der Katalog - an extremely useful addı-
tion to the literature (Burlington Magazine) — verkaufte
sich weltweit bereits in über 14000 Exemplaren. Die
Ausstellung wurde produziert in Zusammenarbeit mit
dem Saint Louis Art Museum, wo sie vom 6. Februar bis
zum 9. Mai 1999 zu sehen war. TB
AUSSTELLUNGEN IM GRAPHISCHEN KABINETT
Martin Kippenberger (1953-1997)
Noch zu Lebzeiten hatte das Kunsthaus mit dem
Künstler eine Ausstellung geplant. Nach seinem plötz-
lichen Tod galt es ohne ihn, ohne seine Betriebsamkeit,
seine Geistesblitze, seine humorige Energie das Projekt
anzupacken. Die Auswahl sollte sowohl für die Insider,
welche 1997 seine letzte grosse Retrospektive im Mamco
in Genf gesehen hatten, wie auch für ein junges, mit dem
Künstler noch nicht vertrautes Publikum interessant
sein. Wir erfuhren von den späten, kaum bekannten
Skulpturen, wie dem Spiderman-Altelier, das er erstmals
1996 im Atelier von Henri Matisse ın Nizza ausgestellt
hatte, oder von dem selten gezeigten Mecca, Backward/
Forward von 1990, oder den beiden mysteriösen Kasten-
skulpturen von 1996, die eine einen violett angestrahl-
ten, bekleideten Männertorso bergend, die andere eine
unaufhörlich sich hin und her bewegende ausgestreckte
Hand. Als künstlerischer Partner für die Installation der
Werke, zu denen sich frühe Bilder, Collagen, Objekte
und sämtliche Plakate gesellten, konnte David Weiss
gewonnen werden. Statt eines Kataloges erschien ein
Band mit den Plakaten, dem eigentlichen graphischen
Werk Martin Kippenbergers. BC & GM
Lothar Baumgarten — Terra incognita
Wie anlässlich der Erwerbung des nahezu vollständigen
druckgraphischen Werkes im letzten Jahr mit Lothar
Baumgarten besprochen, wurde dies nun, ergänzt durch
Photographien und vereinzelte Leihgaben, unter dem
Titel Zerra incognita gezeigt. Einen Ausschnitt aus dem