Volltext: Jahresbericht 1998 (1998)

buchkünstlerischen Schaffen des Künstlers, das ın 
Zusammenarbeit mit Walter Nikkels entstand, wurde in 
seinen für das Museum Kurhaus Kleve gestalteten 
Vitrinen in chronologischer Reihenfolge ausgebreitet, 
während das Diakarussel Eine Reise oder «Mit der MS Rem- 
scheid auf dem Amazonas» seine frühen Arbeiten evo- 
zierte. Drei eigens entworfene Wandbilder stellten die 
Verbindung zur architektonischen Gestalt der beiden 
Ausstellungsräume des Graphischen Kabinetts her, zum 
Boden, den Wänden, den Türen, der Decke und der 
Treppe dazwischen. Nicht nur das Konzept der Ausstel- 
lung stammte vom Künstler; sie wurde von ıhm persön- 
lich, mit der Hilfe seines Assistenten Joe Amrhein und 
unseres Teams, in einer kurzen, aber intensiven Zusam- 
menarbeit vor Ort realisiert. BvW 
AUSSTELLUNGEN IM ERDGESCHOSS 
Henri Cartier-Bresson 
Der Photograph als Zeichner 
Zum ersten Mal waren in der Schweiz die seit 1973 ent- 
standenen Zeichnungen des weltberühmten Photogra- 
phen zu sehen. Rund 110 vorwiegend in Bleistift aus- 
geführte Blätter zeigten Portraits, Landschaften, Akte, 
Stilleben, Stadtarchitektur und Kopien nach alten Mei- 
stern. Diese Fortsetzung seines Lebenswerks mit einem 
«anderen Werkzeug» strahlte Dauer und meditative 
Ruhe aus - ganz im Gegensatz zu seiner berühmten 
photographischen Maxime des «entscheidenden Augen- 
blicks». Die Auswahl wurde begleitet von 40 seiner 
berühmtesten, jeweils von Freunden kommentierten 
Photos, einer Hommage an den verehrten Alberto 
Giacometti, von seinen frühen und späten malerischen 
Versuchen, einer filmischen Biographie (Sarah Moon) 
and einer unpublizierten, heimlich aufgenommenen 
Portrait-Serie des Freundes Rene Burri, einem 64sei- 
tigen, bei Benteli erschienenen Katalog zu den neuesten 
Zeichnungen sowie der erstmaligen Ausgabe seiner 
philosophierenden Texte in Deutsch (Edition Pixis). Als 
der Künstler kurz nach seinem 90. Geburtstag die Aus- 
stellung besuchte, ergänzte er spontan das Eingangszitat 
«Das Photo ist eine unmittelbare Tat, die Zeichnung ist 
eine Meditation», in seiner unverwechselbaren Hand- 
schrift: «Ca reste a prouver». Zeichnen als Wahrneh- 
mung der sichtbaren Welt mit den Augen eines weisen 
Sehers. GM 
Schwarz 
Eine Ausstellung der Gesellschaft Schweizerischer Bildender 
Künstlerinnen Sektion Zürich 
Dass Schwarz mehr als nur eine Farbe ist, beschäftigte 
viele Künstler des 20. Jahrhunderts von Malewitsch bis 
Ad Reinhardt. Schwarz ist immer auch mit konzeptio- 
nellen, symbolhaften und philosophischen Qualitäten 
verbunden. Als die GSBK dieses Thema für ihre Mit- 
glieder ausschrieb, reichten diese 85 Vorschläge für eine 
Jurierung ein, an welcher Christa de Carouge, Angelika 
Affentranger Kirchrath, Pierre Haubensak, Peter Röllin 
und Guido Magnaguagno 26 Werke für die Ausstellung 
auswählten. Diese fächerte in einem ersten Teil die eher 
formalen Aspekte und materiellen Möglichkeiten auf, 
um in der zweiten Hälfte die Beiträge mit symbolhaften 
Botschaften zu versammeln. Das viele Weiss in der 
Ausstellungsgestaltung gab den einzelnen Werken den 
aötigen Raum zu eigenständiger Präsenz und verband 
sie zugleich zu einem so vielfältig stimmigen Bild, wie es 
bei thematischen Ausstellungen von Künstlervereinen 
nur selten gelingt. Die intensive Beschäftigung der 
Künstlerinnen mit einem anspruchsvollen Thema zei- 
tigte eine sehr positive Aufnahme beim Publikum und 
floss in einen kleinen Katalog ein, der das geglückte 
Revival eines totgeglaubten Ausstellungsmodus doku- 
mentiert. GM 
AUSSTELLUNGEN IN DER SAMMLUNG 
Ferdinand Hodler — Tanz und Streit 
Die Ausstellung im zweiten Obergeschoss des Altbaus 
schloss den dreiteiligen Zyklus ab, in dem die Resultate
	        
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