buchkünstlerischen Schaffen des Künstlers, das ın
Zusammenarbeit mit Walter Nikkels entstand, wurde in
seinen für das Museum Kurhaus Kleve gestalteten
Vitrinen in chronologischer Reihenfolge ausgebreitet,
während das Diakarussel Eine Reise oder «Mit der MS Rem-
scheid auf dem Amazonas» seine frühen Arbeiten evo-
zierte. Drei eigens entworfene Wandbilder stellten die
Verbindung zur architektonischen Gestalt der beiden
Ausstellungsräume des Graphischen Kabinetts her, zum
Boden, den Wänden, den Türen, der Decke und der
Treppe dazwischen. Nicht nur das Konzept der Ausstel-
lung stammte vom Künstler; sie wurde von ıhm persön-
lich, mit der Hilfe seines Assistenten Joe Amrhein und
unseres Teams, in einer kurzen, aber intensiven Zusam-
menarbeit vor Ort realisiert. BvW
AUSSTELLUNGEN IM ERDGESCHOSS
Henri Cartier-Bresson
Der Photograph als Zeichner
Zum ersten Mal waren in der Schweiz die seit 1973 ent-
standenen Zeichnungen des weltberühmten Photogra-
phen zu sehen. Rund 110 vorwiegend in Bleistift aus-
geführte Blätter zeigten Portraits, Landschaften, Akte,
Stilleben, Stadtarchitektur und Kopien nach alten Mei-
stern. Diese Fortsetzung seines Lebenswerks mit einem
«anderen Werkzeug» strahlte Dauer und meditative
Ruhe aus - ganz im Gegensatz zu seiner berühmten
photographischen Maxime des «entscheidenden Augen-
blicks». Die Auswahl wurde begleitet von 40 seiner
berühmtesten, jeweils von Freunden kommentierten
Photos, einer Hommage an den verehrten Alberto
Giacometti, von seinen frühen und späten malerischen
Versuchen, einer filmischen Biographie (Sarah Moon)
and einer unpublizierten, heimlich aufgenommenen
Portrait-Serie des Freundes Rene Burri, einem 64sei-
tigen, bei Benteli erschienenen Katalog zu den neuesten
Zeichnungen sowie der erstmaligen Ausgabe seiner
philosophierenden Texte in Deutsch (Edition Pixis). Als
der Künstler kurz nach seinem 90. Geburtstag die Aus-
stellung besuchte, ergänzte er spontan das Eingangszitat
«Das Photo ist eine unmittelbare Tat, die Zeichnung ist
eine Meditation», in seiner unverwechselbaren Hand-
schrift: «Ca reste a prouver». Zeichnen als Wahrneh-
mung der sichtbaren Welt mit den Augen eines weisen
Sehers. GM
Schwarz
Eine Ausstellung der Gesellschaft Schweizerischer Bildender
Künstlerinnen Sektion Zürich
Dass Schwarz mehr als nur eine Farbe ist, beschäftigte
viele Künstler des 20. Jahrhunderts von Malewitsch bis
Ad Reinhardt. Schwarz ist immer auch mit konzeptio-
nellen, symbolhaften und philosophischen Qualitäten
verbunden. Als die GSBK dieses Thema für ihre Mit-
glieder ausschrieb, reichten diese 85 Vorschläge für eine
Jurierung ein, an welcher Christa de Carouge, Angelika
Affentranger Kirchrath, Pierre Haubensak, Peter Röllin
und Guido Magnaguagno 26 Werke für die Ausstellung
auswählten. Diese fächerte in einem ersten Teil die eher
formalen Aspekte und materiellen Möglichkeiten auf,
um in der zweiten Hälfte die Beiträge mit symbolhaften
Botschaften zu versammeln. Das viele Weiss in der
Ausstellungsgestaltung gab den einzelnen Werken den
aötigen Raum zu eigenständiger Präsenz und verband
sie zugleich zu einem so vielfältig stimmigen Bild, wie es
bei thematischen Ausstellungen von Künstlervereinen
nur selten gelingt. Die intensive Beschäftigung der
Künstlerinnen mit einem anspruchsvollen Thema zei-
tigte eine sehr positive Aufnahme beim Publikum und
floss in einen kleinen Katalog ein, der das geglückte
Revival eines totgeglaubten Ausstellungsmodus doku-
mentiert. GM
AUSSTELLUNGEN IN DER SAMMLUNG
Ferdinand Hodler — Tanz und Streit
Die Ausstellung im zweiten Obergeschoss des Altbaus
schloss den dreiteiligen Zyklus ab, in dem die Resultate