Volltext: Jahresbericht 1999 (1999)

ZÜRCHER KUNSTGESELLSCHAFT 
Am 14. Oktober verstarb einer der engsten und lang- 
jährigsten Freunde des Kunsthauses, Jeanpierre Bruderer. 
Von 1972 bis 1981 bekleidete er das Amt des Präsidenten 
der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde. Während zehn 
Jahren präsidierte er sehr umsichtig die Sammlungs- 
kommission und wirkte zugleich während sechs Jahren 
als Vizepräsident der Zürcher Kunstgesellschaft, bis er 
1993 seine Ämter abgab. Im gleichen Jahr wurde er an 
der Generalversammlung der Zürcher Kunstgesellschaft 
zum Ehrenmitglied ernannt. Die Vereinigung Zürcher 
Kunstfreunde wählte ihn an ihrer Mitgliederversamm- 
lung 1999 ebenfalls zum Ehrenmitglied. 
Die Würdigung des Verstorbenen wäre unvollständig, 
würde man nur auf die von ihm bekleideten Ämter hin- 
weisen. Als grosszügiger Donator hat er persönlich wie- 
derholt die Museumssammlung unterstützt. Nachdem 
er bereits zu Lebzeiten zwei wichtige Werke aus seiner 
exquisiten Sammlung von Mark Tobey geschenkt hatte, 
vermachte er der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde drei 
weitere, hochwillkommene Frühwerke dieses Künstlers, 
der ihm ganz offensichtlich besonders nahe stand. 
Anlässslich seines 80. Geburtstages, den er mit Familie 
und Freunden im März des Berichtsjahres im Kunst- 
haus gefeiert hat, übergab er diesem das Bild 7kiga von 
Wilfrid Moser. 
In ganz besonders aktiver Weise hat sich Jeanpierre 
Bruderer um die Finanzierung der Sanierung der Villa 
Tobler verdient gemacht, hat er doch dieses Vorhaben 
nicht nur durch eigene Beiträge aufs Grosszügigste 
unterstützt, sondern auch in seinem Freundeskreis viel 
Überzeugungsarbeit geleistet, um ein effizientes Voran- 
schreiten der Arbeiten zu gewährleisten. Es ist in höch- 
stem Masse zu bedauern, dass er die Vollendung der 
Renovation, für die er sich in so verdienstvoller Weise 
eingesetzt hat, nicht mehr erleben konnte. 
Generalversammlung 
Die 104. ordentliche Generalversammlung fand am 31. 
Mai 1999 statt. Nach einem kurzen Expose des Präsi- 
denten über die wichtigsten Ereignisse des vergangenen 
Jahres sowie über die anstehenden Projekte, insbeson: 
dere die Neubestellung der Direktion sowie die Vorberei- 
tung der Gebäudesanierung, wandte sich die Versamm- 
lung den statutarischen Geschäften zu; Jahresbericht 
und Rechnung wurden einstimmig genehmigt. Unter 
dem Traktandum Wahlen wurden sämtliche Vorstands- 
mitglieder - unter ihnen auch der Präsident —, die sich 
für eine Wiederwahl zur Verfügung stellten, einstimmig 
in ihrem Amt bestätigt. Seinen Rücktritt hatte einzig der 
Quästor, Dr. Victor Erne, bekanntgegeben, der beim 
Zustandekommen des mehrjährigen Sponsoring-Ver- 
trages mit der damaligen Schweizerischen Kreditanstalt 
eine tragende Rolle gespielt und sich damit weit über 
seine Amtszeit hinausreichende Verdienste erworben 
hatte. An seine Stelle wählte die Generalversammlung 
neu in den Vorstand Herrn Heinz Roth. Auch der von 
der Kunstgesellschaft zu wählende Rechnungsrevisor, 
Dr. Peter Weibel, wurde einstimmig bestätigt. Im 
Anschluss an die Generalversammlung hielt Dr. Dieter 
Koepplin, Leiter des Kupferstichkabinetts der Öffentli- 
chen Kunstsammlung Basel, ein Referat über das Werk 
Richtkräfte von Josef Beuys. Diese Installation hatte zum 
Titel der Ausstellung inspiriert, die anschliessend 
besucht wurde. 
Vorstand und Kommissionen 
Der Vorstand traf sich im Berichtsjahr zu drei ordent- 
lichen Sitzungen sowie zu zwei ausserordentlich ein: 
berufenen Gesprächen zu den Themen Betriebsorgani- 
sation und Regelung der Nachfolge von Dr. Felix 
Baumann. Das neue Vorstandsmitglied, Heinz Roth. 
wurde als Nachfolger von Dr. Victor Erne zum Quästo:i 
ernannt. Die Sammlungskommission trat zu zwei, die 
Ausstellungskommission zu drei Sitzungen zusammen.
	        
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