Volltext: Jahresbericht 1999 (1999)

VORWORT DES PRÄSIDENTEN 
Liebe Mitglieder der Zürcher Kunstgesellschaft 
Sehr geehrte Damen und Herren 
Die Regelung der Nachfolge von Dr. Felix Baumann 
war das zentrale Thema, das den Vorstand der Zürcher 
Kunstgesellschaft im vergangenen Jahr beschäftigte. Es 
fand seinen Abschluss in der Medienkonferenz Ende 
Januar 2000, an welcher die Wahl von Dr. Christoph 
Becker kommuniziert werden konnte. Der Vorstand 
freut sich, dass es gelungen ist, Herrn Christoph Becker 
für die Arbeit im Kunsthaus zu gewinnen, ist er doch ein 
ausgewiesener Kunsthistoriker mit breiter Ausstellungs- 
und zugleich Managementerfahrung, verbunden mit 
grossen kommunikativen und integrativen Fähigkeiten. 
Wir freuen uns auch über das positive Echo. das seine 
Ernennung ausgelöst hat. 
Das zweite Thema, das uns im Berichtsjahr neben den 
alltäglichen Fragen in besonderem Masse beschäftigt 
hat, ist die Sanierung der Villa Tobler und der Unterhalt 
der Kunsthausliegenschaft am Pfauen. 
Erfreuliches kann vom Fortschreiten der Renovation 
der Villa Tobler berichtet werden. Dass dank der umfang- 
reichen Restaurierung die Qualität der Innenarchitektur 
dieses einzigartigen Zeugen der Wohnkultur um 1900 
mit fortschreitenden Arbeiten immer deutlicher sichtbar 
wird, konnte nicht zuletzt am Tag der offenen Tür fest- 
gestellt werden, der am Samstag, 30. Oktober, durchge- 
führt worden ist. In besonderem Masse erfreulich ist 
zudem, dass der gesetzte Kostenrahmen nicht über- 
schritten werden dürfte; im Moment, da diese Zeilen 
geschrieben werden, sind die Arbeiten jedoch noch 
nicht abgeschlossen und Überraschungen sind bei einem 
derart komplexen Sanierungsvorhaben bis in die letzten 
Bauphasen nicht ganz auszuschliessen. Der Terminplan 
kann voraussichtlich, evtl. mit kleinen Abweichungen, 
eingehalten werden. Es ist deshalb vorgesehen, dass die 
Verwaltung nach Eröffnung der Cezanne-Ausstellung 
Anfang Mai in die neuen Räumlichkeiten einziehen 
wird. Da unser Ziel, 9 Mio. Franken für die Sanierung 
aufzubringen, in der zweiten Jahreshälfte noch nicht 
ganz erreicht war, haben wir uns entschlossen, unsere 
Mitglieder noch einmal um einen Beitrag zu bitten. Der 
Aufruf hatte ein sehr schönes Resultat zur Folge: rund 
Fr. 250000.- sind uns insgesamt überwiesen worden. 
Noch sind wir nicht ganz am Ziel, doch sind wir zuver- 
sichtlich, dass das Vorhaben auch in finanzieller Hin- 
sicht ohne Probleme beendet werden kann. 
Die eng mit der Dislokation der Verwaltung zusam- 
menhängende Planung der Sanierung unseres Hauptge- 
bäudes am Heimplatz hat im abgelaufenen Jahr grosse 
Fortschritte gemacht. Einerseits in Bezug auf inhaltlich- 
architektonische Fragen, andererseits aber auch in Bezug 
auf die politische Meinungsfindung. Im Laufe des 
Sommers wurden sowohl der Stadtrat wie auch die 
Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen zu Besich- 
tigungen vor Ort eingeladen. Zudem wurden die 
Gespräche mit den kantonalen Behörden intensiviert, 
um das Finanzierungskonzept zu erarbeiten. Die gesam- 
ten Aufwendungen für die Sanierung und den Umbau 
des Kunsthauses sind auf Fr. 53 750000.- veranschlagt 
worden. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Stiftung 
Zürcher Kunsthaus, der Eigentümerin der Liegen- 
schaften, Dr. Thomas Wagner, habe ich mich bereit 
erklärt, von privaten Geldgebern 5 Mio. Franken zusam- 
menzubringen. Der Kanton Zürich hat für dieses Pro- 
jekt 20 Mio. Franken in Aussicht gestellt (10 Mio. aus
	        
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