Volltext: Jahresbericht 2003 (2003)

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aber öffnete sich der Saal entspr echend der Weite der 
Landschaft von New Mexiko, mit der die Künstlerin 
zunehm end vertraut wur de. Der letzte Teil sollte den 
Grossformaten des Spätwerks, das gewis se interes- 
sante kunsthistorische «Vorwegnahmen» (wie Pop Art 
und Farbfeldmalerei) zu offenbaren scheint, genügend 
E ntf altungsra um biet en. – Die Ausstellung wurde 
durch die Cr edit Suisse u nters tützt. BC 
AUSSTELLUNGEN IM ERDGESCHOSS 
F rancis Alÿs – Obra pictórica 1 991– 2002 
Diese erste retrospektive Werkschau gab Einblick in 
das malerische und zeichnerische Werk (Obra pic tóri- 
ca) des in Me xico City lebenden belgischen Künstlers 
Francis Alÿs (*1959). Be kannt wurde er durch seine 
fot ografisch oder mit der Videokamera dok umentier- 
ten «Spaziergänge». Leicht liessen sich in den unge- 
fähr 40 Ölgemälden und 90 Zeichnung e n und Colla gen 
der Aus stellung Bezüge zu diesen Pe rformance s fin- 
den. Doch die in einer vom Künstler mitgestalteten 
intimen Ins zenierung präs entierte Obra pic tórica ver- 
hält sich zu den performative n Arbeite n nicht im Sinne 
vorbereitender Skizzierung oder nachträglicher Auf- 
zeichnung. Eher liesse sich von einer parallelen Weise 
des Si chtbarmachens spr echen. Die F iktionalität von 
Malerei und Zeichnung erlaubt eine Kombinatorik von 
Motive n und Motivkreisen, ein Erproben mannigfacher 
Sit u ationen und vielfältiger narrativer Digres sione n, 
welche der F aktizität des P erformative n verwehrt 
bl eiben. Alÿs’ kleinformatige Gemälde fungieren als 
phantastische Merkzettel, Schaut afe ln, Spielbretter, 
Urkunden oder Lagepläne, wo uns ve rschiedene Pro- 
tagonisten – The Liar; The Prophet; The Positivist – in 
sich v ervi e lfältigenden, abgewandelten, verfälschten, 
gefälschten? Situatione n begegnen. Wie die He lden 
eines Bilderbuchs für K inder bestehen sie ihre Aben- 
teuer in ihrer Welt des Imaginären; der Sinn ihrer oft 
seltsamen Handlungen entfaltet sich im po etischen 
Verweisungszusammenhang des Gesamtwerks und 
verschliesst sich einer rationalen Analyse eines einze l- 
nen Bildes: «They are images and should live so. My 
comments can only diminish their f unction and pr oper 
role.» (Francis Alÿs) 
Die Ausstellung war eine Kopr oduktion des Kuns t- 
hause s Zür ich mit dem Centr o nazionale per le arti 
contemporanee, Rom, und dem Museu Nacional 
Centro de Arte Reina Sofia, Madri d, und wurde von der 
Fondation Nestlé pour l’art unte rstützt. TB 
Lori Hersberger – «Spin my Wheel» 
Die Inst all ation «Spin my Wheel» konzipierte Lori Hers- 
berger s peziell für das Kunsthaus. Der 1964 in Basel 
geborene Künstler v erwande lte das Mu seum kurzer- 
hand in sein Atelier und bearbeite te den Ausstellungs- 
raum in einem mehrtägig e n «Work in Progress» von 
ver schiedenen Seiten gleichzeitig. Er setzte da und dort 
Akze nte, betrachtete und überdachte jeweils jeden 
S chritt genau es tens, bis sich schliesslich die einzelnen 
Teile zu einem Ganz en z usammenfü g ten. Mit grellleuch- 
tenden Farben und grossflächigen Spiegeln insz eniert e 
Lori Hersberger eine zugl eich verführ eri sche wie auch 
irritier ende Arb eit. In der Aus stellu ng herrschte im Licht 
der speziell geformten Neonröhren eine Atmosphäre 
voll gel adener Spannung und hyb rider Emotionalität. 
«Spin my Wheel» evozierte das Gefühl, ein dreidimen- 
sionales Bild zu begehen und dabei ständig G efahr zu 
l aufen, den Boden unter den Füs sen zu verlieren. Die 
geschickte Ins zenierung von scheinbar unendlichen 
Sp iege lungen erzeugte einen schwindelerregenden 
Sog, der die Raumerfahrung in fast halluzinative Dimen- 
sion en steigerte. Bewusst liess Lori Hersberger Ill usion 
und Des illus ion, Überhöhung und Brechung scho- 
nungslos aufeinandertreffen und verunmöglichte so 
eine g a nzheitliche W ahrnehmung – entsprechend sei- 
ner Überzeugung, dass Kunst heute einzig noch frag- 
mentarisch oder aus F ragmente n z usamm enges etzt 
bestehen kann. – Die Ausstellung wurde von der Bank 
Julius Bär und der Burgauer Stift ung unters tützt. MV 
David Shrigley 
Die Ausstellung mit David Shrigley war die erste Mu- 
seumspräsentation des jungen br itischen Künstlers
	        
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