zwar ein V e rschieben, aber kein schnell es Bew egen
zulassen. Trotz des Abstraktionsgrades stellt sich ein
assoziatives Gefl echt aus komischen und erns ten
F ace tten ein, bei denen ein spezifisch englischer
Humor durchblitzt.
Ein Skelett spielt schliesslich die Hauptrolle in der
dritten Skulptur . Der junge Schwe izer Künstler Urs
Fischer ist seit se iner Aus stellung im Bührlesaal
einem breiten Publikum bekannt. Am Kunsthaus gibt
es eine Tradition, aus den Ausstellungen Werke für die
Samm lung zu erwerben – wobei dies kein Ges etz ist.
Bei Urs Fischer entschieden wir uns für «Kuc kuck
backwards», ein Werk aus Holz, Aluminiumguss und
Kalk farbe, das eigens für die Ausstellung und im
Kuns thaus ents tand und bei dem unsere Handwerker
assistieren durften. Ein lebensgrosses Skelett liegt auf
einer grob g e zimmerten Bank und reckt ein knöcher-
nes Bein elegant und scheinbar mühelos in die Höhe,
eine Fitnes s übung mit letalem Effek t – und ein böser
Abgla nz des Sc hön heitswa hns – vielleicht gemacht für
das Foyer eines Schönheitschirurgen. Urs Fischer hat
eine besondere Begabung, Räume zu erfassen und mit
se inen Inszenierungen zu füllen. Das spielerische Ele-
ment s einer Kunst, hä ufig versteckt hinter vor der grün-
diger Boshaftigkeit, ist tatsächlich ein sehr erns ter,
präziser Umga ng mit V or der-, Rück- und Seite nan-
sichten, mit dem Ausgreifen in den Raum, den er so in
Besitz nimmt, dass der Betrachter gleichsam auf
Abstand von der Skulptur gehalten wird. Was zunächst
nach einem unbe kümmerte n, etwas brachial wirk en-
den Umga ng mit der plastischen Form aussieht,
entlarvt sich als ein intuit iv es, aber vielschichtiges
Ex periment. Obwohl Urs Fischer am Anf ang seiner
Künstlerlaufbahn steht, hat er die Kraft , das Potenzial
und jede Menge guter Ideen. Seine Arbeit repräsen-
tiert einen scheinbar unbe kümmerte n Umgang mit
den klassischen Werten der Bildhauerkunst. Desh alb
ist «Kuc kuck backwards» für eine Museumssamm-
lung interessant. Sie steht nun in einem Konte xt
musealisierter Werke, nicht um eine Brücke zu schla-
gen, sondern um der schleichenden Ka nonisierung ein
retardierendes Mome nt zu verschaffen. Drei Künstle-
rinnen und Künstler, drei Werke und drei Positionen
der Plastik, von denen wir f inden, dass sie gut in unse-
re Sammlung passen. Christoph Beck er 80