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Im Herbst 2005 kam die l etzte, die für die Sammlung
wichtigste Etappe der Renovation des Kunsthauses
zum Abschluss. Als grössten Gewinn muss zunächst
die Stabilisie r ung des Klima s genan nt werden, die
endlich die dem w ertvoll en Inhalt und seine r langfris-
tigen Erhaltung dienlichen Bedingung e n gewährleis-
tet. Doch für den Be sucher bot die V erwandlung der
heruntergekommenen Räume mit ihren ze rschlis-
senen T eppi chen in die wohlgestalteten Säle, wie sie
Karl Moser 1910 konzipierte, die grösste Überraschung,
obw ohl nur die Oberflächen verändert wurden. Einen
ersten Eindr uck gab die Präsentation der Ausstellung
von Piet er Clae sz und der ni e derländischen Still eben-
malerei in ihrer Blütezeit im Trakt gegen die Rämi-
strasse, dem einstigen Wechselausstellungsbereich.
Die ästhetisch höchs t anspruchsvollen Gemä lde
kamen sehr schön zur Geltung, auch wenn das mittel-
helle Grün der Wände ber eits im Hinblic k auf die
Schweize r Malerei des 19. J ahrhundert gewä hlt wurde,
die weiterhin hier gezeigt werden soll. Nur der r eprä-
se ntative Mittelsaal mit dem nach alten Aufnahmen
neu gew ebten Teppich mit Quadratmus te r wird durch
einen hellen Ton für die Gemälde Hodl ers hervorge-
hoben .
Auf der anderen Seite der grossen Treppenhalle
erscheinen die Säle hingegen in einem f rischen Rot-
ton, etwas hell er und reiner als die klassische Farbe in
den grossen Galerien alter Meister . Während die Zu-
und Abluftauslässe w eitgehend in die vorhandenen
Heizungsverkleidungen und Oberlichter integriert
werden konnten, liess sich eine Schic ht von Kanälen
zwischen den beiden Trakten von 1910 und 1925 nicht
vermeiden. Dadurch wurde einerseits der grosse
Barocksaal von se inem V orraum getr ennt und verän-
dert, während ander er seits der angrenzende, 1958
zweckentfremdete Saal für die Samm lung zurückge-
won nen wurde. Der Architekt Tobias A mmann k onnte
somit diesen ganze n Bereich behutsa m neu ordnen:
Erst jetzt e rscheint der Anbau von 1925 in die Abfolge
der Säle von 1910 ric htig eingebunden und damit das
ganze Raumgefüge wesentlich übersichtlicher . Diese
Veränderungen machten eine neue Verteilung der
alten Meister notwendig: die Venezianer und die gros-
sen Barockgemälde wurden anders grup piert. Die
vereinzelten Bilder des 15. und 16. Jahrhunderts der
Koetse r- und der Ruzicka-Stiftung wur den in zwei
kleinen R äumen sinnvo ll zusammengefasst und mit
nicht minder bede utenden Gemä lden der Kunsthaus-
Sammlun g er gänzt, die zum Teil seit l angem nicht
mehr gezeigt werden konnten.
Ein besonderer Gewinn bedeutet die monume n-
tale Unterweltszene mit O rpheus und Eurydike von
Mattia Pr eti, die ber eits 1898 als Legat des nach Ber-
gamo ausgewanderten Schwamendinger T extilunter-
nehme rs Ratgeb ins Kuns thaus kam, aber erst jetzt
durch eine aufwendige R es taurierung und mit einem
Rahm en galeriefähig wur de. Dank einem Engagement
der Sti ftung Paribas wurde diese grosse Arbeit mög-
lich, die Paul Pfister als krönenden Abschluss s einer
3 5-jährigen Tätigk eit für das Kunsthaus beeindru-
ckend durchgeführt hat. Von November bis Ja nuar
zeigte er in einer Studienaus stellung an einer Anza hl
erhell ender Beispiel e nochmal s grund s ätzliche Pro-
bleme der Gemäl d e oberflächen und seine Erk ennt-
nisse über deren Behandlung auf (s. S. 88 und 94). Als
Resultat all dieser V erbes s erungen e rschien vielen
Mitgliedern und regelmässigen Besuchern die Samm-
lung alter Meister in einem ganz neuen Licht und als
ein Bestand von zuvor nicht geahnter Bedeutung.
Nachdem der erste Stock A nfang Juli wieder ein-
gerichtet war, folgte Ende Monat das zweite Oberge-
schoss. Die Rekonstruktion der originalen Oberflächen
kulminiert hier in der L oggia, in der übe r ra schender-
weise die urs pr üngliche Lisenengliederung samt ihrer
nahe zu intak ten Fassung wieder zum Vorschein kam. Sammlu ng