Volltext: Jahresbericht 2005 (2005)

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ein Bild von ebens o origineller Komposition wie leucht- 
ender F arbigkeit. 
Die Ausstellung von Sigmar Polke bot die Gele- 
genheit, sein bereits 1988 erworbenes Gemälde «Neid 
und Habgier» zu ergänzen. Das glücklich gewählte, für 
ihn zentrale Thema der Alchemie ergab nicht nur eine 
bes onders interessante Ausstellung, sondern inspi- 
rierte ihn zu mehreren faszinierenden neuen Werken, 
von denen die V er einigung Zür cher Kuns tfr eunde 
«Levitation» und «Schattenk abinett» erwerben konn- 
te. – Auch Christopher Wool v erarbeitet abgekühl te 
Informel-Reminiszenzen mit Pop-Verfahren, aller- 
dings amerikanisch-elegant. Herbert Brandl, Markus 
Gadient und Wilhel m Sa snal hingegen entwick eln ihre 
malerischen Untersuchungen aus landschaftlichen 
Elementen: sich zu überlegen, was hier zwischen 
Farb- und Formelementen in Fläche und Tief e, zwi- 
schen Abstraktem und Inhaltlichem – Bergen, Bäu- 
men, Fabriken – beim Malen geschieht, artet in ein 
sinnlich verwirrendes Abenteuer aus. Nedko Solak ov 
und Christine Streuli w iederum gehen von älterer 
Kunst aus – der Bulgar e von romantischen Land- 
s c haftsbildern, die Schweizerin von frühen Stilleben – 
und transformieren sie aktuellen küns tl erischen Fra- 
ges te llungen entsprechend. 
1925 ents tand als Skulpturengalerie eine eigen- 
tümliche Halle mit fünf grossen Fenstern gegen Süden 
und vier Wandpfeilern, die auf W unsch der Denkm al- 
pflege rekonstruiert wurden, um wenigstens in einem 
Raum den neusachlichen Charakter dies es wenig 
zweckmässigen A nbaus präse nt zu ha lten. Auf unsere 
Einladung r ea lisierte hier Nic Hess eine eigenwillige, 
zw eischic htig transparente Arbeit. Ein paar Sc hritte 
w eiter steht das von der Swiss Re geschenk te «Gug- 
genheim melting», das sich an unsere Gr uppe von Gips- 
originalen anschliesst und zugleich als ir onische 
Me tapher die Ausu ferungen der Museumswelt und 
ihre Risiken thematisiert. 
Aus dem organisatorischen Bereich ist die Inte- 
grierung der Ruzicka-Stif tung in die Kunstgesellschaft 
festzuhalten. 1949 gründete Prof. Dr. Leopo ld Ruzicka 
die Stif tung, die einen r epräse ntative n Überblic k über 
die hol ländische Malerei auf ihrem Höhepunkt mit etli- 
chen Gemälden ersten Ranges biete t. An seiner letz- 
ten Sitzung stellte der Stif tungs rat unter dem Vorsitz 
von Prof. Dr. Duilio Arigoni, Ruzickas zweitem Nachfo l- 
ger auf dem Lehrs tuhl für organische Chemie an der 
ETH, fest, dass es nun kaum noch Überl ebende aus 
der Zeit des Stifters gebe und damit der Zeitpunkt 
gekommen sei, die Stift ung gemäss den von Ruzicka in 
weiser Voraussicht getroffenen Bestimmungen als 
selbständige Rechtspersönlichkeit aufzuheben und 
ihre Samml ung in das E igentum der Kunstgesellschaft 
zu überführen. F aktisch ändert sich damit freilich 
nic hts; die Gemälde werden weiterhin im Sinne des 
Stifters v erwahrt und p räs entiert. 
Der Leihverkehr hat einen Ans tieg auf 110 Gemä l- 
de und Skulptur en und 134 Werke auf Papier zu ver- 
zeichnen und bew egt sich damit im oberen Ber eich 
des langjährigen Mittel s. Quantita t iv steht die Dada- 
Ausstellung mit 59 Arbeiten mit Abstand an erster 
Stelle – man muss gestehen, dass die schwankende 
Zusammenarbeit dreier M ammutins ti tute wie die 
Nationa l Gallery W a shington, das Mus eum of M odern 
Art in New York und das Centre Pompidou über vier 
Jahre mit unte rschiedlic he n Konzepten die Arbeit für 
die Leihgeber nicht erl eichtert. Nochmals konnten ein 
paar Projekte von der Schlies sung der Sa mmlung pro- 
fitieren mit Leihgaben wie Rembrandts «Apostel 
Simon», der in W ashington und in Malibu ein gutes 
Echo fand. 
Das von der Schwyzer Stift ung geförderte Projekt 
eines vollständigen Kataloges der Sammlung der 
Gemälde und Skulptur en nä hert sich s einem Ende. Es 
abso r bierte die volle Ener gie des Kons ervat ors und die 
länger e oder kürzere Mitarbeit von Dr. Gian Ca sper 
Bott, Etienne Lullin, V al entine von Fellenberg und 
Franziska Lentzsch, die nach der Durchführung der 
Füssli-Aus stellung sich auch wieder dieser Angele- 
genheit zuw andte. 
    CHK
	        
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