Ausstellungen
Rodin
Die Rodin-Ausstellun g , eine Kooperation des Kunst-
hausesmitderRoyalAcademyinLondonunddem
Musée Rodin in Paris, war als Retrospektive angelegt,
wobei ein Schw e rpunkt auf den teils höchst fragilen,
teils monumental en Gip sen aus Rodins ehemaligem
A telier in Meudon lag. Die grosse Zahl von schwerge-
wichtige n Skulpturen stell te die Kunstha us-M a nn-
schaft und T ransporteure vor l ogistis che Herausforde-
runge n – trotzdem war die Präsentation im Bührlesaal
übersichtlich und wirkte vor lichtgrau e n und hell blauen
Wänden leicht, ja modern. Ein Hauptexponat blieb
draussen: Das Höllentor, seit 1947 ander F assade des
Kunstha use s, ein Geschenk Emil Georg Bührles, hatte
sich im Vorfeld als dringe nd sanierungsbedürftig
erwiesen; dank gr osszügige r Zuw endunge n der Stif-
tung BNP Paribas Schweiz und der Karl Steiner Gruppe
erstrahlte es nicht nur rechtzeitig zur Ausste ll ung in
neuem Gl anz, es ko nnte als schwerste und grö sste
Leihgabe auch nach Londo n transportiert werden und
wurde für ein Vierteljahr im Hof der Royal Academy zur
vielbestaunten Attraktion. In Zürich war im Ge genzug
jenes Exempla r der «Bü rger von Calais» zu sehen, das
sich in W estminster vor dem Parlamentsgebäude
befindet, nachde m die «Bürger» aus dem Kunstmuse-
um Basel die Reise nicht hatten antreten wollen... Ins-
gesamt war die Ausstellun g ein Erfolg, für Züric h, das
Kunstha us und den Bührlesaal, der seine Qua litäten
(auch in freundschaftlicher Konkurrenz zu den wunder-
baren Räumen der Royal A cademy) einmal mehr unter
Beweis stellte. – Unterstützt wurde die Ausstellun g von
Credit Suisse, Partner des Kunsthaus Zürich. CHB
Peter Fischl i und David Weiss, «F ragen & Blumen»
Es kommt nicht oft vor, dass Ausstellun g en zur Ge gen-
wartskunst ein so breites Publikum anziehe n und dass
sich zuweilen auch noch eine lange Schla nge vor der
Eintrittskasse bilde t. Dies war anlässlich der Retro-
s pektive von Peter Fischli (*1 952) und David Weiss
(*1946) der Fall, die den Titel «Fragen & Blumen» trug.
Hätte man auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer
gemessen, wären es vermutlich rekordverdächtig lange
Ze iten gewesen, die das Publikum vor den Bildern,
Skulpturen und Filmen schauend und lesend, staunend
und schmunzelnd verbracht hat.
DasichdasWerkderbeidenseit1979zusammen
arbeitenden Künstler in Serien und Gruppen ent-
wickelt, die sich wiederum immer wieder verzweigen,
um neue Ensembles zu bilden, wäre eine chronologi-
sche Ausbreitung des Œuvres unmöglic h. Die Ein-
gangssituation wurde von einer Fülle von gro s sforma-
tigen, dopp elt belichteten Blumenbildern (19 97/20 01)
und Fotosausder Flughafenserie (ab 1987), sowie eini-
gen markanten Gummis kulpturen (1986–88) wie dem
grossen W urze lstock (200 6) be stimmt. Der Titel der
A usst ellung liesse sich dahingehend interpretieren,
dass die «Blumen» für das Sinnliche, das (in der
Moderne als zwei felhaft verschriene) Schöne und das
Populäre stehen, wä hrend die «Fragen» wohl für das
Abstrakte, das Grüblerisch-Philosophische und auch
für das Demokratische, das alle miteinander Verbin-
dende stehen. Fischli/Weiss führen uns in beiderlei
Hinsicht an das Banale, das Alltäglic he , an das, was
die Welt des Erhabenen und Heroischen auszublenden pflegt(e). 15