Volltext: Jahresbericht 2010 (2010)

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(*1941) war Ausgangspunkt der Ausstellung und 
zugleich Anlass, dem Thema der Metamorphose in 
der zeitgenössischen Kunst nachzuspüren. Die Idee 
der Verwandlung und die Analyse der Wahrnehmung 
spielen auch für eine junge Generation Schweizer 
Kunstschaffender eine wichtige Rolle. Dies haben bei- 
spielhaft die ausgewählten Arbeiten von Com & Com, 
David Renggli und Tobi as Spichtig gezeigt, während 
Michael Günzburger und Lutz & Guggisberg speziell 
zu dieser Thematik neue Werke schufen. Raetz eige- 
ne Forschungen und Entdeckungen in diesen Geb ie- 
ten vergegenwärtigten faszinierende Arbeiten aus der 
reichhaltigen Sammlung des Kunsthauses. – Die Aus- 
stellung wurde von Jeannette Weiss kuratiert, die auch 
eine kleine Publikation mit einem «Daumenkino» von 
Beuys bis Hase realisierte. Auch dieses Jahr wurde die 
«Bilderwahl» von Albers & Co. unterstützt. JW 
Karl Moser. Architektur und Kunst 
KarlMoser,vor 150 Jahren geboren, musste anlässlich 
des hundertjährigen Bestehens seines Kunsthauses 
gefeiert werden, zugleich war aber auch eine Präsen- 
tation des Lebenswerks dieses wichtigsten Schweizer 
Architekten seiner Generation überfällig. So wurden im 
Kabinett im Erdgeschoss seine Ideen und Pläne zum 
Kunsthaus von den noch ganz dem Jugendstil ver- 
pflichteten Wettbewerb-Projekten über den meister- 
haftenBauvon1910biszudenebensozahlreichenwie 
verschiedenartigen Erweiterungsplänen, die ihn fast 
bis an sein Lebensende beschäftigten, ausgebreitet. 
Im ersten Stock, in den seitlichen Räumen des 
Ausstellungsflügels aber entfaltete sich das über- 
reiche Schaffen von den Anfängen in Karlsruhe mit 
Robert Curjel zum «Modern Romanesque» der Basler 
Pauluskirche mit ihren gipsernen Steinmetz-Vorla- 
gen und den verwandten Sakralbauten. Imposant mit 
grossen Modellen erschienen anschliessend die Uni- 
versität samt ihrer geplanten Verdoppelung und das 
um die Kirch e Fluntern geplante Villenquartier. Die 
bei den Eckkabinette schmückten die Aquarelle und 
Carl Wilhelm Kolbe – 
Riesenkräuter und Monsterbäume 
Der Landschaftszeichner und Radierer Carl Wilhelm 
Kolbe d. Äl. ( 175 9–1835) gehört zu den schillerndsten 
Persönlichkeiten in der europäischen Kunst um 1800. 
Von1805bis1808weilteKolbeinZürich,umdiebes- 
ten Gouachen seines Vorbilds Salomon Gessner in 
Radierungen zu übertragen. Er wohnte bei den Ange- 
hörigen im Hause des Dichters, wo er laut Autobiogra- 
phie drei seiner schönsten Jahre verbrachte. Kolbes 
radierte Baumlandschaften stehen am Ende einer in 
den Manierismus und den holländischen Realismus 
zurückreichenden Entwicklung, welche im späteren 
18. Jahrhundert ihren letzten Höhepunkt erreichte. Im 
Mittelpunkt der Zürcher Präsentation standen die gros- 
sen Radierungen mit den gespenstisch in den Raum 
ausgreifenden Baumriesen und den noch faszinieren- 
deren Blättern mit überlebensgrossen Kräutern, unter 
denen wie in Höhlen Kühe oder idyllische Paare wei- 
len. Durch ihre Evokationskraft weisen diese Bilder auf 
den Symbolismus und den Surrealismus voraus, ver- 
wandt den Aussenseitern und Einzelgängern Samuel 
Palmer und Rodolphe Bresdin. 
Die Werke stammten zum grossen Teilausden 
Beständen der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau, 
die die Ausstellung anlässlich des 250. Geburtstags 
des Künstlers in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus 
Z ürich konzipierte. Eine reich bebilderte Monographie 
mit Beiträgen von namhaften Wissenschaftern führt in 
das facettenreiche Œuvre ein. – Für die grosszügige 
Unterstützung danken wir der Parrotia-Stiftung. BvW 
AUSSTELLUNGEN IN DER SAMMLUNG 
Bilderwahl! Metamorphose... heute! 
Markus Raetz : «Metamorphose I (Beuys/Hase)» 
Die diesjährige «Bilderwahl!» fand im 1. Stock des 
Müllerbaus statt. Die Skulptur «Metamorphose I (Beuys/Hase)» des Schweizer Künstlers Markus Raetz
	        
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