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(*1941) war Ausgangspunkt der Ausstellung und
zugleich Anlass, dem Thema der Metamorphose in
der zeitgenössischen Kunst nachzuspüren. Die Idee
der Verwandlung und die Analyse der Wahrnehmung
spielen auch für eine junge Generation Schweizer
Kunstschaffender eine wichtige Rolle. Dies haben bei-
spielhaft die ausgewählten Arbeiten von Com & Com,
David Renggli und Tobi as Spichtig gezeigt, während
Michael Günzburger und Lutz & Guggisberg speziell
zu dieser Thematik neue Werke schufen. Raetz eige-
ne Forschungen und Entdeckungen in diesen Geb ie-
ten vergegenwärtigten faszinierende Arbeiten aus der
reichhaltigen Sammlung des Kunsthauses. – Die Aus-
stellung wurde von Jeannette Weiss kuratiert, die auch
eine kleine Publikation mit einem «Daumenkino» von
Beuys bis Hase realisierte. Auch dieses Jahr wurde die
«Bilderwahl» von Albers & Co. unterstützt. JW
Karl Moser. Architektur und Kunst
KarlMoser,vor 150 Jahren geboren, musste anlässlich
des hundertjährigen Bestehens seines Kunsthauses
gefeiert werden, zugleich war aber auch eine Präsen-
tation des Lebenswerks dieses wichtigsten Schweizer
Architekten seiner Generation überfällig. So wurden im
Kabinett im Erdgeschoss seine Ideen und Pläne zum
Kunsthaus von den noch ganz dem Jugendstil ver-
pflichteten Wettbewerb-Projekten über den meister-
haftenBauvon1910biszudenebensozahlreichenwie
verschiedenartigen Erweiterungsplänen, die ihn fast
bis an sein Lebensende beschäftigten, ausgebreitet.
Im ersten Stock, in den seitlichen Räumen des
Ausstellungsflügels aber entfaltete sich das über-
reiche Schaffen von den Anfängen in Karlsruhe mit
Robert Curjel zum «Modern Romanesque» der Basler
Pauluskirche mit ihren gipsernen Steinmetz-Vorla-
gen und den verwandten Sakralbauten. Imposant mit
grossen Modellen erschienen anschliessend die Uni-
versität samt ihrer geplanten Verdoppelung und das
um die Kirch e Fluntern geplante Villenquartier. Die
bei den Eckkabinette schmückten die Aquarelle und
Carl Wilhelm Kolbe –
Riesenkräuter und Monsterbäume
Der Landschaftszeichner und Radierer Carl Wilhelm
Kolbe d. Äl. ( 175 9–1835) gehört zu den schillerndsten
Persönlichkeiten in der europäischen Kunst um 1800.
Von1805bis1808weilteKolbeinZürich,umdiebes-
ten Gouachen seines Vorbilds Salomon Gessner in
Radierungen zu übertragen. Er wohnte bei den Ange-
hörigen im Hause des Dichters, wo er laut Autobiogra-
phie drei seiner schönsten Jahre verbrachte. Kolbes
radierte Baumlandschaften stehen am Ende einer in
den Manierismus und den holländischen Realismus
zurückreichenden Entwicklung, welche im späteren
18. Jahrhundert ihren letzten Höhepunkt erreichte. Im
Mittelpunkt der Zürcher Präsentation standen die gros-
sen Radierungen mit den gespenstisch in den Raum
ausgreifenden Baumriesen und den noch faszinieren-
deren Blättern mit überlebensgrossen Kräutern, unter
denen wie in Höhlen Kühe oder idyllische Paare wei-
len. Durch ihre Evokationskraft weisen diese Bilder auf
den Symbolismus und den Surrealismus voraus, ver-
wandt den Aussenseitern und Einzelgängern Samuel
Palmer und Rodolphe Bresdin.
Die Werke stammten zum grossen Teilausden
Beständen der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau,
die die Ausstellung anlässlich des 250. Geburtstags
des Künstlers in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus
Z ürich konzipierte. Eine reich bebilderte Monographie
mit Beiträgen von namhaften Wissenschaftern führt in
das facettenreiche Œuvre ein. – Für die grosszügige
Unterstützung danken wir der Parrotia-Stiftung. BvW
AUSSTELLUNGEN IN DER SAMMLUNG
Bilderwahl! Metamorphose... heute!
Markus Raetz : «Metamorphose I (Beuys/Hase)»
Die diesjährige «Bilderwahl!» fand im 1. Stock des
Müllerbaus statt. Die Skulptur «Metamorphose I (Beuys/Hase)» des Schweizer Künstlers Markus Raetz