die zwei grossen fotocollagetafeln «guggenheim
Museum» thematisieren beuys‘ beziehung zu den usa.
diese ist nicht nur für den künstler selbst, sondern auch
für die spannungsreiche beziehung zwischen us-ameri ka-
nis cher und westeuropäischer kunst in den nachkriegs-
jahren von bedeut ung. lange hatte beuys sich – aufgrund
des kriegs in vietnam – geweigert, die usa zu besuchen.
im Januar 1974 fand eine vortragsreise statt und im Mai
1974 die legendäre aktion «i like america and america
likes me», wo beuys sich mehrere tage mit einem kojo-
ten in der gal erie von r onald feldman einschliessen lie ss.
für seine gro sse retrospektive im gugg enheim Museum
im Jahr 1979 – die erste Museumsretrospektive eines le-
benden deutschen künstlers in new york nach dem krieg
– lud beuys buby dur ini ein, ihn zwei Wochen lang wäh-
rend der e inric htung und eröffnung der ausstell ung mit
seiner kamera zu beobachten. im Jahr dar auf k omponierte
beuys aus den tause nden von aufnahmen durin is die bei-
den grossen guggenheim- t afeln. die fotos zeigen beuys
selbst, seine f amilie, die M itar beiter , die an der ausstel-
lung beteiligten galeristen und Museumsleute sowie an-
sic hten der gesa mtinstalla tion, welche beuys in dem für
seine arbeit nicht unproblematischen spiralraum des
guggenheim einrichtete. dass die arb eiten für ihn über
das Persönlich-biografische und kunsthistorische hin-
ausweisen, machen die beiden nachträglich von hand auf
die fotoleinwand eingeklebten Postkartenfotos aus beuys‘
Privatarchiv klar: beide zeigen situationen in russland
während des ers ten Weltkriegs: seine nor dameri kanisch e
Mission war für beuys teil sein es selbs tauftr ags, den Os-
ten und den Westen, das kommunistische und das kapita-
lis tische Weltmodell, in einer neuen gesellschaftsform zu
versöhnen.
tobia bezzola