Volltext: Jahresbericht 2011 (2011)

franZ gertsch 
silvia iii 
franz gertschs monumentales, 2004 vollendetes 
gemälde «silvia iii» zeigt eine junge frau, die 1978 ge- 
b orene silvia schmutz. sie war gertschs frau Maria an- 
lässlich eines tai chi-kurses als mögliches Mo dell au fge- 
fallen, und der künstler malte sie in der folge dreimal: 
1998, 2000 und 2003 / 04. Zusätzlich en tstand 2001 / 02 ein 
Zyklus von holzschnitten. die darstellungen von silvia 
ste hen am schluss einer 1980 begonnenen reihe von 12 
z umeist mo numen talen gemälden gerts chs, die Porträts 
von frauen darstellen. Zugleich stehen die drei bilder 
von silvia für sich. sie entstehen nach einer mehrjähri- 
gen unterbrechung der arbeit an Porträts und zum teil 
parallel zu der bereits 1995 einsetzenden Werkreihe der 
«gräser». Porträts und gräser also. Wie bei dürer, no- 
tiert reinhold spieler und weist auf die friedliche koexis- 
tenz von Mensch und natur in gertschs Œuvre seit «sil- 
via i» hin. eine separate einheit bilden die silvia-bilder 
auch hinsichtlich der Maltechnik: Während die frü heren 
Porträts in acryl gema lt waren, die gräs er-bild er aber in 
Mineralfarben, verwendete gertsch für «silvia» i und ii 
eitempera und für das dritte bild eine Mischtechnik aus 
eitempera und harzölfarbe. 
«silvia iii» ist in der für gertsch seit 1969 klassi- 
schen arbe itswe ise entstanden: der kü nstler arbeitet da- 
bei auf der basis von fotografien, die er auf die leinw and 
projiziert. in einem langwierigen Prozess setzt er die im- 
materielle fotografische vorlage in die substanz seiner 
Malerei um. gertsc h nennt das foto die Parti tur , sein bild 
die interpretation. über bilder, die mehr ere Men schen in 
interaktion zei gen (darunter das bedeutende «fra nz und 
luciano» von 1973 in der sammlung des kunsthauses), kunsthauses),
	        
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