franZ gertsch
silvia iii
franz gertschs monumentales, 2004 vollendetes
gemälde «silvia iii» zeigt eine junge frau, die 1978 ge-
b orene silvia schmutz. sie war gertschs frau Maria an-
lässlich eines tai chi-kurses als mögliches Mo dell au fge-
fallen, und der künstler malte sie in der folge dreimal:
1998, 2000 und 2003 / 04. Zusätzlich en tstand 2001 / 02 ein
Zyklus von holzschnitten. die darstellungen von silvia
ste hen am schluss einer 1980 begonnenen reihe von 12
z umeist mo numen talen gemälden gerts chs, die Porträts
von frauen darstellen. Zugleich stehen die drei bilder
von silvia für sich. sie entstehen nach einer mehrjähri-
gen unterbrechung der arbeit an Porträts und zum teil
parallel zu der bereits 1995 einsetzenden Werkreihe der
«gräser». Porträts und gräser also. Wie bei dürer, no-
tiert reinhold spieler und weist auf die friedliche koexis-
tenz von Mensch und natur in gertschs Œuvre seit «sil-
via i» hin. eine separate einheit bilden die silvia-bilder
auch hinsichtlich der Maltechnik: Während die frü heren
Porträts in acryl gema lt waren, die gräs er-bild er aber in
Mineralfarben, verwendete gertsch für «silvia» i und ii
eitempera und für das dritte bild eine Mischtechnik aus
eitempera und harzölfarbe.
«silvia iii» ist in der für gertsch seit 1969 klassi-
schen arbe itswe ise entstanden: der kü nstler arbeitet da-
bei auf der basis von fotografien, die er auf die leinw and
projiziert. in einem langwierigen Prozess setzt er die im-
materielle fotografische vorlage in die substanz seiner
Malerei um. gertsc h nennt das foto die Parti tur , sein bild
die interpretation. über bilder, die mehr ere Men schen in
interaktion zei gen (darunter das bedeutende «fra nz und
luciano» von 1973 in der sammlung des kunsthauses), kunsthauses),