Volltext: Jahresbericht 2011 (2011)

kam gerts ch dabei, durch zune hmende s fokussieren, zu 
den d arstel lungen einzelner , monumental vergrösserter 
gesichter . 
die drei versionen des bildes «silvia» basieren alle 
auf fotos, die als grundlage für das erste bild gemacht 
worden waren. dennoch sc heint silvia mit jeder fas sung 
älter und stärker zu werden. dabei ist es nur die Male- 
rei, die sich entwickelt. gertsch hat aus den am anfang 
gemachten fotos jeweils eines ausgesucht, das seiner 
aktuellen malerischen Position am besten entsprach. er- 
scheint silvia auf dem ersten bild noch zugewandt, wenn 
auch leicht scheu, zeigt sie im zweiten Werk, nun aus 
leichter untersicht gesehe n, bereits eine kühlere, selb st- 
gewählte distanz. im dritten Werk schliesslich steigert 
sich ihr ausdruck vor dem erstmalig dunklen hintergrund 
zu einer ehrfurchtgebietenden unnahbarkeit. die silvia 
des hier besprochenen dritten bild es ist als Mens ch kein 
ansprechbares gegenüber mehr. ihr bild steht nur noch 
als Malerei zur verfügung. 
dies erinnert an cézanne, der insbesondere seine 
frau gerne als Monument der ablehnung und des über- 
drusses malte. Warum? sein Modell sollte sich im bild 
nicht allzu sympathisch mitteilen, damit umso mehr das 
bild als ganzes sprechen konnte. cézanne porträtierte 
also nicht nur die dargestellte frau, sondern zugleich 
auch die Malerei an sich. Wie gertsch. so gesehe n bringt 
vielleicht gerade die schroffheit, die «silvia iii» gegen- 
über den meisten früheren Porträts von gertsch aus- 
zeichnet, eine stärkung der Wucht der Malerei. doch 
nur hier liegt gertsch nahe bei cézanne. denn dieser 
sass seinem Modell gegenüber. und suchte mit seinen 
«taches», den strukturierenden Pinselstrichen, noch 
nach einer direkten malerischen entsprechung für die 
lebendige Prä senz des Modells. Modells.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.