kam gerts ch dabei, durch zune hmende s fokussieren, zu
den d arstel lungen einzelner , monumental vergrösserter
gesichter .
die drei versionen des bildes «silvia» basieren alle
auf fotos, die als grundlage für das erste bild gemacht
worden waren. dennoch sc heint silvia mit jeder fas sung
älter und stärker zu werden. dabei ist es nur die Male-
rei, die sich entwickelt. gertsch hat aus den am anfang
gemachten fotos jeweils eines ausgesucht, das seiner
aktuellen malerischen Position am besten entsprach. er-
scheint silvia auf dem ersten bild noch zugewandt, wenn
auch leicht scheu, zeigt sie im zweiten Werk, nun aus
leichter untersicht gesehe n, bereits eine kühlere, selb st-
gewählte distanz. im dritten Werk schliesslich steigert
sich ihr ausdruck vor dem erstmalig dunklen hintergrund
zu einer ehrfurchtgebietenden unnahbarkeit. die silvia
des hier besprochenen dritten bild es ist als Mens ch kein
ansprechbares gegenüber mehr. ihr bild steht nur noch
als Malerei zur verfügung.
dies erinnert an cézanne, der insbesondere seine
frau gerne als Monument der ablehnung und des über-
drusses malte. Warum? sein Modell sollte sich im bild
nicht allzu sympathisch mitteilen, damit umso mehr das
bild als ganzes sprechen konnte. cézanne porträtierte
also nicht nur die dargestellte frau, sondern zugleich
auch die Malerei an sich. Wie gertsch. so gesehe n bringt
vielleicht gerade die schroffheit, die «silvia iii» gegen-
über den meisten früheren Porträts von gertsch aus-
zeichnet, eine stärkung der Wucht der Malerei. doch
nur hier liegt gertsch nahe bei cézanne. denn dieser
sass seinem Modell gegenüber. und suchte mit seinen
«taches», den strukturierenden Pinselstrichen, noch
nach einer direkten malerischen entsprechung für die
lebendige Prä senz des Modells. Modells.