Volltext: Jahresbericht 2011 (2011)

christOPh nathe 
das kaPuZi n er-hOsPiZ auf deM   
st. gO tthardP ass 
der gotthardpass ist seit Jahrhunderten das sinn bild 
für die verbindung von nord- und südeuropa. das subli me 
erlebnis des hochgebirges, an dem sich die er dgeschich- 
te studier en liess, verschwisterte sich mit der idee einer 
demokratisch regierten eidgenossenschaft, die von laut er 
f ürstent ümern umr ingt war. diese einzig ar tige k onstel- 
latio n lockte im letz ten vie rtel des 18. Jahrh undert s zahl- 
reiche bildungsreisende in die schw eizer alp en. Zu die- 
sen g ehörte auch der wissenschaftlich geschulte görlitze r 
Zeichenmeister und landschaftsmaler christoph nathe 
(1753 – 
1806).1 
vom spätsommer 1783 bis zum herbst 
1784 r eiste er im auft rag der Oberlausitzischen gesell- 
schaft der Wiss enschafte n zusammen mit k.a. von Meyer 
zu k nonow und c.a. von schachmann durch die schweiz. 
er sol lte gebirgsansichten zeichnen, von denen zum in- 
dest 28 überliefert sind und die sich heute grösstenteils in 
Warscha u und krakau b efinden. seine bild mässig dur ch- 
gearbeiteten Meisterblätter sich ern nathe in der la ngen 
reihe der alpenmaler einen würdigen 
Platz.2 
am 13. Juli 
1784 traf die r eis egruppe in Zürich ein, wo man die Zei ch- 
nungen und landschaftsgemälde von salom on gessner 
(1730 – 1788), heinrich Wüest (1741 – 1821) und ludwig 
hess (1760 – 1800) 
besichtigte.3 
das genaue datum der 
reise auf den gotthar dpass ist nicht bekannt. die präzise n 
umrisse der landschaftsformen und die e igenh ändige in- 
schrift auf nathe s aquarell: «kapuci ner hosp[iz ] / auf dem 
st. gothardt / nathe del. 1784», lassen den schluss zu, dass 
der Zeichner den Ort mit eigenen augen gesehen und nach 
der natur skizziert hat, die bildmässige ausführung mit mit
	        
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