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Aktivitäten
Improvisation. Gemeinsam ist diesen bildhaft konzipierten
Farbskizzen das annähernd quadratische Format (ca.
19 × 21 cm) und das körnige, braungrau getönte Papier,
das der Kün stler mit Reissnägeln auf einer Unterlage be-
fest igte. Um die Leuchtkraft der Farbe n optimal zur Gel-
tung zu bringe n, wurden die Pastelle für die Ausste llung
einh eitlich mit dunkelbraunen Passepartouts gerahmt. Als
Einführung wurde auf dunklen Wänden eine Auswahl von
14 Pas tel lstudien nebst einigen Zeichn ungen zu Gemälden
und Radierungen ausgebreitet. Durch das Studium der
natur und der Alten Meist er gelang es Welti, die subjektive
Farbempfindung zu steigern und sie mit den poetischen,
gesellschaftskritischen und formalen Elementen seiner
Malerei in ein spannungsreiches Verhältnis zu brin gen.
Unterstützt von Welti-Furrer. Bernh ard von Waldkirch
Pierr e Alechin sky , Jean- Michel Basquia t und Keith H aring,
die, wie Penck, piktografische kodifizierte Bildsprachen
entwickelt haben. Diese Künstler gehören weder alle der-
sel ben Generation an noch derselben Kunstrichtung. Und
doch versprüh t ihr Werk einen kollektiven Geist, eine tiefe
Evidenz über die Forme n und Symbolik hinaus. Sei es die
poetische Methode der Surrealisten, die spontane Arbeits-
weise der Mitglie der der CoBr A-Gruppe, die naiven, aber
he ftigen Ausdrucksformen der Künstler der Art Brut oder
die soz ialen und provokanten Aussagen in den Graffitis der
1980e r Jahre, alle Künstler haben eines gemeinsam: die
Suche nach universellen Wahrheiten, den Ausdruck von
Glaubensstrukturen mithilfe e infac hster Mit tel, das Sup-
remat der Linie , die Liebe zur Kal ligraf ie, und letztendlich
den Gebrau ch von Zei chen und Symbolen.
Die Au sstellun g wurde von Laura Sánchez Serrano kura-
tiert, die zahlreiche Werke aus der Sammlung des Kun st-
hauses um das Bild von Penck gruppiert und mit Leihga-
ben aus namhaften Schweizer Sammlungen ergänzt hat.
Auch dieses Jahr wurde die «Bilderwahl!» von Albe rs &
Co. u nterstütz t. Laura Sánchez Serrano
AlBert welti – l AndschAft in PAstell
Anlässlich des 150. Gebu rtsta gs von Albert Welti richtete
das Kunsthaus Zürich dem in Zürich, München und Bern
tätigen Künstler eine Ausstellung zu sein en Pastel len ein.
Im Hauptraum wurden 47 Landschaften, teils mit Figuren,
teils mit Häusern, meistens aus der Umgebung von Zü-
rich und München, gezeigt. Diese «Pastellnaturskizzen»
wie Welti sie nannte, sind weder datiert noch signiert, auch
zum dargestellten Motiv finden sich nur ausnahmsweise
Ortsangaben. Ausschlaggebend für die Wahl eines Mo-
tivs waren das Licht und die Atmosphäre, die Weltis Blick
immer von neuem fesselten. Die intensivste Farbwirkung
erzielte er mit sei nen Pastell en bei Einbruch der Däm me-
rung an einem Waldrand im He rbst oder e rhöht über ei-
nem n ebligen Abhang mit Blick auf die geg en überliegende
T al seite. Solche vom Augenblick diktierten Farbimpressi-
onen entstan den im unmittelbaren Kontakt mit der natur
entweder spontan als rasc he Skizze auf einer Wanderung
oder im nachhinein aus der Erinnerung. In seinen kühns-
ten Pastellen betritt Welti das Gebiet der quasi -abstr a kten quasi -abstr a kten