66
Aktivitäten
Ein Schwerpunkt der Arbeiten im Bereich zweite Hälf-
te 20. Jahrhundert und zeitgenössischer Kunst lag im
Jahr 2011 bei der Videosammlung. Es fanden verschie-
dene Veranstaltungen statt, um die Videosammlung des
Kunsthauses einem breiteren Publikum bekannt zu ma-
chen. Denn noch immer wissen leider viel zu wenige von
der beeindruckenden Sammlung, die dank der Initiative
von Dr. Ursula Perucchi-Petri seit 1979 kontinuierlich
aufgebaut wurde und inzwischen rund 650 Werke um-
fasst.
Anlässlich der Ausstellung «Art in the Auditorium» (sie-
he dazu Bericht S. 58) , die ein von insgesamt 9 Insti-
tutionen zusammengestelltes Screening internationa-
ler zeitgenössischer Videokünstler zeigte, fand am 4.
Mai 2011 ein Gespräch zwischen der Künstlerin Elodie
Pong, Kuratorin Mirjam Varadinis und der ehemaligen
Vizedirektorin und Initiatorin der Videosammlung, Dr. Ur-
sula Perucchi-Petri statt. In der Diskussion ging es um
Fragen von Videokunst gestern und heute sowie deren
Präsentationen im Museum. Im Gespräch wurden zudem
Fragen der Konservierung und Archivierung angespro-
chen, die sich im Bereich Video als äusserst komplex er-
weisen und das Kunsthaus Zürich zurzeit gerade wieder
vor neue Herausforderungen stellen.
Welches wird das Archiv-Format der Zukunft sein? Und
wie macht man die Videosammlung besser zugänglich?
Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich eine
spezielle Video-Arbeitsgruppe, die sich 2011 neu for-
miert hat. Sie besteht aus der Kunsthaus-Restauratorin
Kerstin Mürer, die sich im Bereich Installationen und
bewegtem Bild in den letzten Jahren spezialisiert hat,
unserem Bibliothekar Thomas Rosemann, der die Inven-
tarisierung der Videos bisher vorgenommen hatte, und
Kuratorin Mirjam Varadinis. Unterstützt wird die Grup-
pe von einer externen Expertin, der Videorestauratorin
GRAFISCHE SAMMLUnG
Agathe Jarczyk aus Bern. Gemeinsam mit ihr berät die
Arbeitsgruppe über Archivierung und Digitalisierung der
Werke und hofft, dabei bereits im kommenden Jahr ei-
nen entscheidenden Schritt weitergekommen zu sein.
Die ganze Verwaltung der Videosammlung übernimmt
ab sofort wieder die Grafische Sammlung – ganz so, wie
es anfänglich mal war.
Eine weitere Veranstaltung in Sachen Video fand am 16.
Mai 2011, 20.30 Uhr, in Zusammenarbeit mit dem Schau-
spielhaus Zürich statt. Anlässlich des gemeinsamen
Projekts des «Mobilen Museums» fand im Schiffbau Zü-
rich ein Screening mit folgenden Werken aus der Kunst-
haussammlung statt: Christoph Büchel, «no Future»
( 2008) / Adrian Paci, «Centro di Permanenza T emporanea»
(2007) / Elodie Pong, «After the Empire» ( 2008) / Shahryar
nash at, «Today» (2010) / nathalie Djurberg, «Turn into Me»
(2008) / Marku s Schinwald, «Ten in Love» (2007 ) / nils nova,
«2 Elvis 4 You» (2006) / Frédéric Moser/Philippe Schwin-
ger, «Alles wird wie der gut» ( 2006) / Cao Fei, «C ospl ayers»
(2004) / Mircea Cantor, «Tracking Happiness» (2009) und
Zilla Leutenegger , «Mam oru» ( 2003). Im Anschluss an das
Screening fand eine Podiumsdiskussion mit dem Künst-
ler nils nova, dem Filmhistoriker nicola Ruffo, Bettina
Meyer vom Schauspielhaus Zürich und Kuratorin Mirjam
Varadinis statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht
und trug dazu bei, die Kunsthaussammlung bei einem
neuen Publikum bekannt zu machen.
Eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Projektes
«Mobiles Museum» fand bereits im Februar statt. Wäh-
rend eines Monates wurde da die Arbeit «Do You Want to
Play with Me?» (2005) von Andro Wekua (*1977) im Foyer
des Schiffbaus gezeigt. Die Idee des mobilen Museums
besteht darin, Kunst zu den Leuten zu bringen – auch
ausserhalb der Museumsmauern. Als Gefährt dient ein
multifunktionaler Wagen, der vom Zürcher Künstler Künstler